Das Paleo-Experiment Teil 1

Der geneigte Leser hat es sicher vermutet: Ich habe mein eigenes Paleo-Experiment gestartet. Probieren geht schließlich über studieren. Manchmal jedenfalls.
Den Start hatte ich spontan auf einen Freitag gelegt. Eine gute Wahl wie sich herausstellte. Ein beträchtlicher Teil des folgenden Samstags ging nämlich schon mal fürs Einkaufen und die Suche nach Lebensmitteln drauf, von denen ich vorher nicht mal wusste, dass es sie gab. Geklärte Butter? Natives Kokosöl? In den häufig frequentierten Supermärkten Fehlanzeige, also bin ich schließlich im Bio-Supermarkt gelandet. Für mich immer wieder ein Einkaufserlebnis der besonderen Art. Wieso hat man immer ein schlechtes Gewissen, wenn man solche Läden betritt? So, als müsste man erst mal seine Ökobilanz offenlegen und würde, wenn man das Klassenziel nicht erreicht hat, zur Strafe mit Grünkern-Käsebratlingen beworfen. Hätte mir allerdings auch nicht geholfen, ich brauchte ja tatsächlich noch Fleisch. Dafür bekam ich aber fast alle anderen mir bis dato unbekannten Dinge für die Paleo-Grundausstattung.

Hatte ich schon erwähnt, dass es die ganze Zeit regnete? Und ich zu Fuß unterwegs war (wegen der Ökobilanz *kleiner Scherz*). Beflügelte meine Laune nicht gerade. Der erste richtige Tag war interessanterweise auch der härteste. Morgens kein Kaffee, Rührei zum Frühstück und irgendwie unterzuckert. Leichte Kopfschmerzen, schlechte Laune. War nicht so schön. Und das Wetter half auch nicht. Die Kopfschmerzen waren sonntags wieder weg, dafür überfiel mich in den absurdesten Momenten der Wunsch nach Kuchen, Keksen, Schokolade. Ich liebe Kuchen. Und ich wollte wirklich jetzt Kuchen. Aber ich blieb standhaft.

Eine echte Herausforderung war der „Essensplan“ für die Wochentage. Irgendwas muss der Mensch ja auch im Büro essen und da ist meist weitsichtiges Vorausplanen angesagt. Und kommt mir nicht mit Avocados. Bäh! Auch wenn es das Lieblingsgrünzeug der Paleo-Anhänger zu sein scheint, mag ich und vertrag ich das nicht.
Irgendwie habe ich jedenfalls einen für mich sinnvollen Masterplan zusammengestellt und ich hatte abends meistens auch Spaß an der Kocherei (ließ sich tatsächlich in der Regel auf die angepeilten 30 Minuten beschränken).
Das Frühstück war noch mal ein ganz anderes Thema. Ich habe es ernsthaft mit Resten vom Vortrag und Herzhaftem versucht. Ist mir aber keine große Freude. Also bin ich doch bei einem spontanen Obstsalat mit ein paar Nüssen und Kokoschips geblieben.

Die erste Woche habe ich jedenfalls brav absolviert und kann direkt mit einigen Erkenntnissen aufwarten:
Als Haferflockenliebhaber ist das Frühstück eine dauernde Herausforderung und wenn man morgens eh nicht so schnell in die Gänge kommt, braucht man eine Weile, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Auf dem Fahrrad bergauf zum Büro waren jedenfalls keine Höchstleistungen zu erwarten.

Ich habe ansonsten meistens lecker gegessen, war wirklich satt und das Beste: kein Mittagstief. Dafür dank vorausschauender Planung *g* immer etwas Leckeres dabei.

Auch abends war ich erstaunlich fit. Nach einem anstrengenden Tag könnte ich manchmal direkt von der Haustür aufs Sofa fallen. Diese Woche war ich noch ziemlich beschwingt (ob das am Essen lag oder an der noch anhaltenden Anfangs-Begeisterung sei mal dahingestellt). Ich hab mich jedenfalls gut gefühlt und mir zwischendurch immer noch mal selbst auf die Schulter geklopft, weil ich mich so gesund ernähre ;-)
Allerdings muss ich wirklich aufpassen, dass ich nach meinem Experiment nicht eine vorbildliche Ernährung, dafür aber Rückenprobleme habe. Gefühlt schleppe ich alle zwei Tage tütenweise Obst und Gemüse nach Hause …

Und weiter gehts. Wie mir die zweite Woche bekam, erfahrt ihr demnächst wieder an dieser Stelle.

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