Mach mal Druck

Hätte mir vor Jahren einer gesagt, dass ich mich noch mal freiwillig mit Linoldruck beschäftigen würde, hätte ich laut gelacht. Der Kunstunterricht an meiner Schule war in dieser Hinsicht wenig förderlich. Eigentlich machte mir Kunst immer viel Spaß – nur der Druckteil nicht so. Knapp 30 Schüler und ungefähr zwei Linolmesser, die noch scharf waren. Die Wahrscheinlichkeit eine Gurke abzubekommen, war ziemlich hoch. Versucht mal, mit einem stumpfen Messer lustlos auf einem Stück Linoleum herumzukratzen … Das Ergebnis war wenig beflügelnd.
Ein bisschen ironisch, dass mich Jahre später ausgerechnet Drucktechniken in ihren Bann ziehen. Und so kam ganz leise und unauffällig auch das Linolmesser zurück. Ihr glaubt gar nicht, was für eine Offenbarung funktiontüchtiges Werkzeug war. Und ich stellte fest, dass ich tatsächlich Spaß am Schnitzen und Experimentieren haben kann.
Mein jüngstes Projekt war das kaufmännische „Und“-Zeichen. Aus diversen Skizzen und Ideen habe ich mir zwei Motive rausgepickt, die ich umsetzen wollte. Eine kleine Version für den Linolblock (ich taste mich langsam ran) und eine größere fürs Sieb.

Witzigerweise war es der Linoldruck, der mir völlig problemlos von der Hand ging. Ich habe in zwei Durchgängen gedruckt und das Ergebnis zum Beziehen meiner Minileporellos genutzt. Macht richtig gute Laune, finde ich.Collage Minileporello

Der Siebdruck hat mich vor größere Herausforderungen gestellt. Bisher hatten meine Drucke kleinere Flächen, die machen weniger Probleme. Ich zeichne meine Motive immer mit Hand und Maskiermittel aufs Drucksieb. Das ist einerseits direkter und handgemachter aber auch fehleranfälliger. Die ersten Probedrucke waren alles andere als perfekt (wobei mir der eine oder andere Fehldruck richtig gut gefällt – werde ich mir selbst an die Wand hängen). Aber schlussendlich hat es doch geklappt und ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Wahrscheinlich experimentiere ich demnächst noch ein bisschen mit Farbvarianten.

Collage Ampersand Poster

1. Skizze ausarbeiten 2. aufs Sieb übertragen 3. Fehldrucke machen 4. Geht doch

Beide Drucke gibt es ab jetzt auch in meinem Shop. Schließlich habe ich mir vorgenommen, den in diesem Jahr mal ordentlich zu befüllen. Jetzt überlege ich, welches Projekt ich als nächstes angehe. Das Linolmesser packe ich jedenfalls nicht allzu weit weg.

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