Von alten Berufen und Rosenkohl

Was alte Berufe und Rosenkohl miteinander zu tun haben? Sie werden definitiv unterschätzt. Aber der Reihe nach.
Wie mancher inzwischen weiß, lassen es mir Buchstaben immer ganz warm ums Herz werden. Deswegen musste ich auch zuschlagen, als ich auf ebay einen ganz entzückenden Stempelkasten gesehen habe.
STempelkasten_klein
Kann man jetzt natürlich nicht einfach so rumstehen lassen. Also brauchte ich ein Projekt, bei dem der Neuzugang getestet werden konnte. Und wie es der Zufall will, dachte ich schon eine Weile über Visitenkarten für den Shop nach (es geht ja nichts über professionelles Auftreten …). Kann ja nicht so schwer sein, zwei Zeilen zu setzen, dachte ich mir. Was ich nicht bedacht hatte: Die Schrifttypen sind klein. Richtig klein. Was für eine Fummelei, bis man die Minibuchstaben in die richtige Reihenfolge gebracht hat. Meine Hochachtung für den Beruf des Setzers (früher, heute geht das alles am PC) stieg sprunghaft an. Ich brauchte für meine Zeilen gefühlt eine halbe Stunde. Wie man auf ähnliche Weise ganze Bücher setzen konnte (ohne ein Jahr daran zu sitzen), ist mir ein Rätsel. Und als ich endlich fertig war und gespannt auf die ersten Drucke schaute …

Visitenkarten_klein

Ja, das ist noch ausbaufähig.

… fiel mir auf, dass ich das kleine „i“ mit dem kleinen „j“ verwechselt hatte. Und statt eines „t“s nach einer 1 gegriffen habe. Hat ja auf Anhieb super geklappt. Also entweder sollte ich jetzt einen Optiker aufsuchen, oder die Typen waren wirklich klein. Schriftsetzer hatten’s jedenfalls echt drauf. Definitiv ein unterschätzter Beruf.

Apropos unterschätzt. In meine Küche hat vor einigen Monaten wieder ein Gemüse Einzug gehalten, das ich früher mit Nichtachtung gestraft habe. Als Kind war es für mich sogar die Höchststrafe: Rosenkohl. Mittlerweile finde ich den richtig lecker, was auch an der veränderten Zubereitungsweise liegen könnte. Statt ihn zu kochen, kommt er mir jetzt aufs Backblech. Ehrlich, ich kann davon nur schwer genug bekommen.
Rosenkohl Collage_klein

Die Zubereitung ist denkbar einfach, es braucht nur ein wenig Zeit, um den Rosenkohl zu putzen. Dann halbieren und in einer Schüssel mit Olivenöl, etwas Zitronensaft und Salz mischen. Den Ofen auf 200° vorheizen. Rosenkohl aufs Backblech geben und ca. 20 min. backen (bis er weich ist). In eine Schüssel füllen und mit Sesamsaat und geriebenem Parmesan bestreuen.
Guten Appetit! Ich suche jetzt das kleine „t“.

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