Ob das ein guter Tag wird, entscheide immer noch ich

Wochenenden sind toll, Urlaub auch. Alltage nerven, Montage besonders.
Oder nicht?
Wenn man sich überlegt, dass der größte Teil des Jahres (und des Lebens) aus ganz normalen, banalen Alltagen besteht, ist die Formel „Alltag=blöd“ eigentlich eine ziemliche Katastrophe.
Um das zu ändern, könnte man versuchen, jeden Tag zum Wochenende/Urlaub zu machen. Bisher habe ich allerdings noch niemanden gefunden, der mir das finanzieren wollte (Sponsoren sind herzlich eingeladen, sich zu melden :-D). Ich vermute jedoch, dass sich an der Front nicht viel tun wird. Also muss ich das Pferd andersherum aufzäumen. Wie komme ich dahin, dass ich sagen kann: „Urlaub ist schön, Wochenenden sind prima, Alltage auch“? Auf einen Schlag hätte ein Jahr 365 gute Tage. Was für eine Aussicht!

Wie kann das praktisch funktionieren? Diese Frage begleitet mich schon eine ganze Weile und ich habe sie quasi zum Langzeit-Selbstexperiment gemacht. Bisher bin ich zwar nicht auf die Weltformel gestoßen, mit der man – schnipp – plötzlich alles anders sieht (sonst würde ich jetzt vermutlich meine Gemäldesammlung neu sortieren und keine Texte schreiben – obwohl …). Mir sind jedoch viele kleine Dinge aufgefallen, die erstaunlich große Auswirkungen haben.

Wenn ihr Lust habt, dann klinkt euch einfach ein und wir experimentieren gemeinsam. Heute gibt es Teil 1. Und, zugegeben, dieser Teil enthält auch gleich eine der härtesten Nüsse. Aber einfach kann schließlich jeder, oder?

Doch zunächst: Wie sieht eigentlich ein guter, ein richtig toller Tag aus?

Wenn ich einen guten Tag möchte, muss ich zuerst rausfinden, welche die Dinge sind, die einen Tag zu einem guten machen. Beim spontanen Überlegen fielen mir Punkte ein wie: sonnig, aber nicht zu warm, Zeit, um entspannt im Café zu sitzen, kein Stress, etwas Neues sehen/lernen/entdecken, Dinge tun, die mir Spaß machen. So weit, so gut. Die Tage, die genau meine Wohlfühltemperatur haben, sind deutlich in der Unterzahl und auch sonst kann ich ja nicht den ganzen Tag im Café sitzen. Vielleicht doch kein vielversprechender Ansatz?
Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr rückte eine andere, für mich entscheidende Sache in den Fokus: Ein guter Tag ist für mich einer, auf den ich abends mit Zufriedenheit zurückblicken kann. Und – Überraschung – ob ich das kann, hängt gar nicht so sehr von äußeren Faktoren ab. Den größten Einfluss auf den Verlauf meines Tages hat meine Einstellung.
Ernsthaft? Ernsthaft.

Umstände? Mir doch egal!

Auf sehr viele Dinge, die mir im Laufe des Tages begegnen, habe ich keinen Einfluss. Komisches Wetter, seltsame Mitmenschen, die mich aus der Bahn werfen, ungeplante Zwischenfälle, verpasste Züge … Kommt alles vor, häufiger als man möchte. Diese Dinge kann man nicht beeinflussen. Wie man damit umgeht aber schon. Nachdem ich mir manchmal einen kurzen Aufrege-Moment gönne, stelle ich mir die Frage: Räume ich diesen Umständen so viel Raum ein, dass sie mir den Tag versauen dürfen? Wer ist hier eigentlich Chefin im Ring?
Wenn mir bewusst wird, dass mich Umstände an der Nase herumführen wollen, steuere ich gegen. Muss ich mit ihnen umgehen? Meistens ja. Dürfen sie mir emotional auf der Nase herumtanzen? Definitiv nicht. Zu allererst ist das eine reine Kopfentscheidung. Ich sage mir selber stur:

>>Ob das ein guter Tag wird, bestimme immer noch ich!<<

Das Hinterhältige: Umstände haben meistens einen ganzen Waggon voller Emotionen im Schlepptau, sie triggern Ängste und Wut und bauschen auch gern Kleinigkeiten zu voller Größe auf. Dann ist die Stimmung schnell mal im Keller. Und jetzt?

Raus aus der Achterbahn

Emotionen sind Freunde. Sie sind ein großer Schatz, der uns die Welt auf ganz vielen Ebenen begreifen lässt. Oft geben sie gute Hinweise auf Dinge, die nicht im Lot sind. Sie sorgen für übersprudelnde Glücksgefühle und das genau Gegenteil. Sie machen das Leben unendlich viel spannender. Aber ich bin der Überzeugung, dass man sie nicht die Richtung bestimmen lassen sollte. Wenn ich meinen Emotionen und Stimmungen die Chefmütze aufsetze, kommt definitiv mehr Drama in mein Leben. Jeder Tag wird zur Achterbahnfahrt, bei der es ordentlich hoch und runter geht, man aber möglicherweise einfach nur im Kreis fährt.
Wenn ich meinen Emotionen und Stimmungen allerdings sage, wo es langgeht (denn ich bestimme schließlich, ob das ein guter Tag wird), muss ich sie dann unterdrücken? Nein.
Was mir wirklich hilft, ist eine kleine Achtsamkeitsübung. Wenn ich feststelle, dass meine Emotionen gerade die großen Geschütze auffahren, ich total gestresst/ängstlich/wütend/niedergeschmettert … bin, halte ich einen Moment inne und nehme einen Beobachterposten ein. Ich schaue mir an, was gerade in meinem Kopf abgeht und wie sich das auf meinen Körper auswirkt. Und manchmal geht da wirklich die Post ab, ein Gedanke jagt den nächsten, die Muskeln sind angespannt, die Atmung geht flach. Das ist völlig in Ordnung und eigentlich auch faszinierend zu beobachten (müsste ich jetzt flüchten, wäre ich bestens vorbereitet). Wenn man diesen Beobachterposten eingenommen hat, kann man die Emotionen aber auch viel einfacher loslassen und weiterziehen lassen. Sie sind da, man hat sie wahrgenommen und vielleicht ist auch klar geworden, warum sie sich so aufspielen. Trotzdem gibt ihnen das kein Recht, die Dramaqueen raushängen zu lassen. Es ist dein Tag, deine Entscheidung!

Freuen, was das Zeug hält

Wer bestimmt, welche Richtung dein Tag einschlägt, hätten wir geklärt. Wenn aber weder die Umstände, noch deine Emotionen zu viel Gewicht bekommen sollten, was dann?
Alles, was gut ist, was dich Lächeln lässt, was dafür sorgt, dass du abends zufrieden bist, was deine Seele zum Klingen bringt. Wann immer sich die Gelegenheit bietet (und es gibt im Laufe eines Tages mehr davon, als man meint), lautet die Devise: Freuen, was das Zeug hält.
Und mit dem Freuen gehts im nächsten Beitrag der Reihe weiter. Das ist sowieso mein Lieblingsthema :-) Bis dahin können wir das aber auch so schon ausgiebig üben. Diese Woche zum Beispiel.
Ich wette, die hat ganz viele gute Tage.

Liebe Grüße
Anne

 

 

 

 

Sieben Wochen ohne. Oder mit. Oder überhaupt?

Als ich jung war und ungestüm, frisch auf eigenen Beinen stand und überlegt habe, was ich denn so mit meinem Leben anfangen will, fand ich Traditionen eher doof. Langweilig, überbewertet, braucht doch kein Mensch.
Heute – bin ich zwar nicht alt, aber 15 Jahre älter – merke ich, dass sich meine Einstellung zum Thema Tradition ziemlich geändert hat. Es gibt viele, die ich schön finde, die mich faszinieren. Ich fange an, eigene kleine Rituale zu entwickeln und mich alten Traditionen wieder zuzuwenden. Nun bin ich kein Freund der „Das haben wir schon immer so gemacht, also machen wir es immer weiter so“-Regel, aber wenn man manchen Dingen mal auf den Grund geht, findet man womöglich kleine Schätze für sich selbst. Und kann sie nach Herzenslust neu interpretieren. Vielleicht muss auch zwangsweise erst mal alles raus, damit Einzelstücke, frisch poliert, wieder zur Geltung kommen können.

Ich lasse mir mittlerweile gern vom Kirchenjahr den Rhythmus vorgeben. Da ist eine Menge Platz für die ganze Palette menschlichen Lebens – von überschwänglicher Freude und Jubel bis zu Trostlosigkeit und Zerbruch. Vom Genießen bis zum Entsagen, Glück und Schmerz, alles hat seinen Platz. Und es gibt viel Raum für Dinge, die über das menschliche Leben hinausgeben.

Laut Kirchenjahresalender sind wir nach dem Fasching (mit dem ich eher nicht so viel anfangen kann) in der Fastenzeit angekommen. Knapp sieben Wochen sind es noch bis Ostern. Manche fasten in der Zeit irgendetwas (z.B. Alkohol oder soziale Medien). Andere gestalten die Zeit, indem sie den Fokus auf ein bestimmtes Thema lenken. Also quasi sieben Wochen mit. Und wieder andere lassen die 40 Tage einfach an sich vorbeiziehen.
Meistens habe ich mich in die letzte Gruppe eingegliedert.

Dieses Jahr hatte ich allerdings das Bedürfnis, die Fastenzeit etwas bewusster zu gestalten als sonst und mich in die Traditionslinie einzuklinken. Ich faste. Bis Ostern will ich auf Süßigkeiten und Kuchen verzichten und Zucker so weit wie möglich reduzieren. Da mir das unglaublich schwerfällt, posaune ich das überall rum, damit es peinlich wird, wenn ich nicht durchhalte :-)

Warum tue ich mir das an?
Ich stelle fest, dass es mit guttut, mich gelegentlich freiwillig zu beschränken. Quasi Verzichten als Übung. Wir leben in einer „Immer alles sofort“-Zeit. Das färbt stärker ab, als ich mir manchmal eingestehen will. Bewusster Verzicht ist meine kleine trotzige Gegenreaktion. Ich könnte. Aber ich will nicht. Also muss ich auch nicht. Eine andere Form von Freiheit.
Es ist auch ein Symbol: Das Leben ist nicht immer süß. Muss es auch nicht sein. Kuchzeiten gehören dazu, genauso wie „kein Kuchen“-Zeiten.
Und natürlich ist ein gewisser Gesundheitsaspekt nicht von der Hand zu weisen. Ich liebe Süßes und Kuchen. In Stresszeiten zu sehr. Dann hilft mir tatsächlich eine radikale Maßnahme, um wieder ein vernünftiges Maß zu finden.
Ein bisschen Schuld hatte auch der Mann. Er hat die Idee als gemeinsame Challenge in den Ring geworfen. Und diese Herausforderung konnte ich natürlich nicht ignorieren. Jetzt will ich auch nicht die sein, die zuerst schummelt.

5 Tage habe ich schon geschafft. Mein bisheriges Fazit?
Wochenenden sind besonders hart – weil ohne Kuchen oder Keks zum Kaffee.
Heißhungerattacken kommen mit Sicherheit. Aber sie gehen auch wieder. Es ist sehr tröstlich zu erleben, dass man nicht jämmerlich zugrunde geht, wenn man die energischen „Ich will jetzt Schokolade“-Rufe des Gehirns nicht so ernst nimmt. Meistens steckt einfach nur eine blöde Gewohnheit dahinter. Ich übe also ein bisschen praktische Achtsamkeit.

Durch den eigenen Verzicht ist mir die Fastenzeit als Weg zum Osterfest viel häufiger und deutlicher präsent. Ich denke stärker auf ein Ziel hin. Und manchmal einfach nur, indem ich mir überlege, welchen Kuchen ich Ostern backen werde :-)

Werde ich die kompletten 40 Tage ohne Süßes durchstehen? Oder irgendwann kläglich und entnervt aufgeben? Bleiben Sie dran – spätestens Ostern erzähle ich, ob ich’s geschafft habe.

Habt ihr die Fastenzeit bis Ostern schon mal „ohne“ oder „mit“ auf besondere Weise gestaltet?

Liebe Grüße
Anne

 

 

 

 

 

 

 

Winterstille

Auch wenn die Deko- und Einrichtungsläden kurz nach Weihnachten bereits den Frühling einläuten, ein Blick aus dem Fenster verrät: Es ist Winter. Und das könnte noch eine ganze Weile so bleiben.

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Der Winter macht was mit mir. Seit ich wieder mit Blick auf die Natur wohne, lasse ich mich auch wieder stärker von ihr durch die Jahreszeiten begleiten. Im Moment herrscht draußen Sendepause. Alles kahl, alles leer – nichts passiert. Scheinbar. Denn natürlich passiert in dieser Zeit ganz viel. Man sieht es nur nicht. Die Ruhephase ist ein Kräftesammeln, ein Atemholen vor dem Neustart.

Ich staune über die Stille. In meinem Kopf ist es oft so laut. Es kommt mir vor, als wolle die ganze Welt meine Aufmerksamkeit. Jede Nachricht, jede Information wird mit viel Getöse präsentiert und schreit: Schau. Mich. An.
Manchmal schaffe ich es und sage einfach Nein. Dann nehme ich mir ein Beispiel am Winter und lasse das laute Getöse an mir vorbeiziehen. Bis Stille einkehrt.

Ich habe gelernt, dass ich solche Momente brauche. Im Gegensatz zum Winter mache ich das natürlich nicht mehrere Wochen oder gar Monate am Stück. Aber ich versuche, der Stille ganz bewusst einen Platz in meinem Alltag einzuräumen. Im Auto auf meiner Pendlerstrecke bleibt das Radio häufig aus. Ich gönne mir Zwischenzeiten und Pausen ohne Handy und Internet, ohne Nachrichten, Instagram und E-Mails. Ich mache öfter Spaziergänge oder sitze mit einer Tasse Kaffee oder Tee am Fenster und schaue einfach nur hinaus. Lasse mich von der Stille draußen inspirieren. Und wenn es richtig kalt und ungemütlich ist, gönne ich mir meinen persönlichen Luxus und schaue dem Feuer im Kamin zu.

Manchmal sind es nur ein paar Minuten, manchmal ist es eine Autofahrt oder ein Abend. Aber die Stille macht für mich tatsächlich einen Unterschied.

Wisst ihr, was mir dabei aufgefallen ist? Stille ist nicht unbedingt eine passive Angelegenheit. Es gibt zwar die erschöpfte und müde „Lasst mich in Ruhe, ich brauche jetzt eine Pause“-Version. Es gibt aber auch eine Stille, die einen erst richtig ins Leben stellt. Wenn man nicht abgelenkt wird, hat man plötzlich Augen und Ohren für den Augenblick. Das Leben spielt sich immer in genau diesem Moment ab. Schön, wenn man gelegentlich mit dabei ist :-)
Stille kann auch aufregend kribbeln und lebensfroh sein. Man spürt quasi, wie sich der Tatendrang in Postition bringt, bereit, die nächsten Herausforderungen anzupacken.
Der Akku ist wieder im grünen Bereich. Kann losgehen.

 

DIY Dankbarkeit – ein kleines Tagebuch selber binden

Ich mache den November zu meinem Dankbarkeitsmonat. Jeden Tag will ich mindestens 5 Dinge entdecken und aufschreiben, für die ich dankbar sein kann (ich hatte gerade ein paar freie Tage, da war das nicht schwer :-)).

Dankbarkeit kann man üben (DIY im besten Sinne) und das mache ich nun.Wer dankbar ist, ist glücklicher (man muss nicht erst glücklich sein, um dankbar zu werden, aber Dankbarkeit macht automatisch glücklicher) und wenn man sich selbst als beschenkt wahrnimmt, ist man auch anderen gegenüber entspannter.
Alles gute Argumente für mein Vorhaben. Aber – jetzt kommt’s – wusstet ihr, dass sich Dankbarkeit auch gesundheitlich bemerkbar macht? Eine kalifornische Studie hat festgestellt, dass dankbare Menschen niedrigere Entzündungswerte und ein gesünderes Herz-Kreislaufsystem haben. (Wer es genau wissen will, findet die Studie bei science daily beschrieben.) Das hat mich dann doch etwas verblüfft. Und bestärkt.

Für diesen Monat habe ich mir extra ein kleines Dankbarkeitstagebuch gebunden. Neue Hefte und Bücher sind für mich immer eine zusätzliche Motivation und dieses hier lässt sich in jede Tasche stecken und überall mit hinnehmen.
Jeden Abend schreibe ich meine 5 Punkte auf eine Seite.

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Notizheft mit einfacher Fadenheftung

Habt ihr Lust, euer eigenes Dankbarkeitstagebuch zu basteln (oder einfach ein paar schöne Notizhefte zu gestalten?). Hier ist das passende Tutorial.

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Material für ein A6-Heft mit 32 Seiten:

Tonkarton oder Kraftkarton im Format A5
4 Blatt Druckerpapier 80g, A4
festen Zwirn (z.B. Sternchenzwirn)
passende Nadel
Falzbein (alternativ ein altes Messer)

Die A4 Blätter halbieren und auf A5 zurechtschneiden. An der oberen Längskante 2 mm abschneiden. An beiden kurzen Seiten je 2 mm abschneiden (das sorgt dafür, dass die Heftseiten später nicht über den Umschlag hinausragen.
Die halbierten Blätter noch einmal halb falten und ineinander stecken. Den Falz noch einmal kräftig mit dem Falzbein nachfahren. Das ist der Innenteil des Notizheftes.

Die Mitte des Tonkartons ausmessen und dort quer eine Nut rillen. Dafür ein Lineal anlegen und mit der Spitze des Falzbeins daran entlang eine kräftige Linie ziehen. Wer kein Falzbein hat, nimmt die stumpfe Rückseite eines Messers. Die Rille sorgt dafür, dass der Karton beim Falzen nicht bricht.

Jetzt kommt der schönste Teil: das Cover gestalten.
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Ich habe ein kupferfarbenes Muster aufgedruckt und meinen Titel dazugeschrieben.

Seiten mit dem Umschlag vernähen

Zunächst müssen die Löcher für die Heftung vorgestochen werden, sowohl beim Karton als auch bei den Seiten.
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Bei diesem kleinen Format reichen drei Löcher. Das erste Loch stecht ihr mit einer Ahle oder einer Stopfnadel genau in der Mitte des Falzes vor. Die beiden Hälften teilt ihr wieder und stecht dort ein neues Loch. Die Löcher befinden sich also jeweils am Ende eines Viertels.
Markiert euch die Stellen der Löcher am besten auf einem schmalen Streifen Papier und nehmt diesen dann als Vorlage für den Karton. So sind die Positionen der Löcher deckungsgleich.

Jetzt den Faden abmessen: 2 x die Länge vom ersten bis zum letzten Loch plus 6 Zentimeter.

Legt die ineinander gesteckten Seiten in den Umschlag. Mit Nadel und Faden nun zunächst von innen nach außen durch das mittlere Loch stechen. Nun von außen durch das untere Loch zurück nach innen stechen. Jetzt folgt ein langer Stich vom unteren Loch innen bis zum obersten. Dort die Nadel wieder nach außen stechen. Zum Schluss von außen durch das mittlere Loch zurück nach innen stechen.
Dort den Faden straff ziehen (aber nicht so straff, dass das Papier reißt). In der Mitte verknoten und Enden knapp abschneiden. Das sieht dann so aus:
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Am Heftrücken sind zwei Stiche zu sehen, im Heftinneren ein langer mit einem Knoten in der Mitte.

Zum Schluss noch einmal kräftig mit dem Falzbein den Rücken des Heftes nachfalzen. Und fertig ist das Dankbarkeitstagebuch.

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Leuchttage – ein Monat, ein Buch, ein Blog

Die letzten Oktobertage haben noch einmal eindrucksvoll gezeigt, warum dieser Monat den Zusatz „goldener“ trägt. Er hat fast ein bisschen damit angegeben.
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Tatsächlich konnte man sich bei kleinen und größeren Herbstspaziergängen ein „Oh!“ und „Ah!“ kaum verkneifen. Strahlen und leuchten, das hat der Oktober echt drauf.
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Die bunten Blätter werden uns noch ein kleines Weilchen begleiten, aber nicht mehr lange. Der November schüttelt sie schnell ab und mit ihm sind wir nun auch kalendarisch in der dunklen Jahreszeit angekommen.

Viele mögen ihn nicht mit seinen trüben Tagen, aufsteigendem Nebel, langen Nächten und der Dunkelheit. Ich schon. Der November ist ein Ruhiger. Also stimmungsmäßig. Die Alltage fangen spätestens jetzt an, in einen wahren Schweinsgalopp zu verfallen. Und das ist ziemlich doof. Kaum hat man gezwinkert, ist gefühlt der halbe Monat rum. So viele Tage, die man nur irgendwie im Orga-Modus durchsprintet. Vielleicht bekommt man das ja – wenigstens hin und wieder – auch anders hin?
Ich habe mir vorgenommen, dem November ein bisschen mehr Raum zu geben, ein bisschen Platz für die stillen Momente zu lassen und auch die Melancholie zu genießen.

Und apropos dunkle Jahreszeit: Nur vor einem dunklen Hintergrund fangen Dinge an, so richtig zu leuchten. Deswegen ist die dunkle Jahreszeit quasi prädestiniert für Leuchttage. Manchmal muss man nur ein bisschen genauer hinschauen.
Das beherrscht Sophia übrigens ganz ausgezeichnet. Ihr Blog heißt genau so: Leuchttage – der Name ist Programm. Mit tollen Rezepten und kleinen Bastelideen schafft sie es, jedem noch so banalen Alltag eine besondere Note zu verleihen.

Ihre Leuchttage gibt es nun nicht mehr ausschließlich online, sondern auch zum Anfassen und Durchblättern. Sie hat ein Buch geschrieben, dafür großartige Fotos gemacht, Rezepte und Bastelideen ausgetüftelt, Stimmungen eingefangen und sogar Gedichte geschrieben. Es macht Spaß, in ihrem Buch zu schmökern und sich davon inspirieren zu lassen. Ihr Ziel: mit vielen kleinen Ideen die dunkle Jahreszeit zum Strahlen zu bringen und aus ganz normalen (und sogar aus düsteren) Tagen Leuchttage zu machen.

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Schaut doch mal auf ihrem Blog vorbei oder – noch besser – in ihr Buch (das bekommt ihr natürlich beim Buchhändler eures Vertrauens oder auch hier).

Ich bin jedenfalls gespannt, ob wir im Rückblick mehr trübe Novembertage in Erinnerung behalten oder doch erstaunlich viele Leuchttage entdecken.

Leuchtende Novembergrüße
Anne

Den Sommer verlängern. 10 Urlaubsmomente für Alltage

In NRW fängt in der kommenden Woche die Schule wieder an. Das heißt: Die Zeit der Sommerurlaube ist vorbei, der Spätsommer ist da, der Alltag zieht wieder … ach nö. Lasst uns den Alltag doch einfach noch ein bisschen verschieben!

Aufmerksame Blogleser wissen, dass der Herbst eigentlich meine Lieblingsjahreszeit ist. Was mir jedoch am Sommer gefällt, ist seine Leichtigkeit. Die Uhren ticken langsamer, es bleibt mehr Zeit für wunderbare Die-Seele-baumeln-lassen-Momente.
Einerseits freue ich mich also auf und über Spätsommer und herannahenden Herbst, andererseits weiß ich jetzt schon, dass der Alltag in der zweiten Jahreshälfte den Turbobooster anstellt. Aber wie wäre es, wenn man sich davon nicht komplett mitreißen ließe? Könnte man nicht einfach die unbeschwerten Sommer- und Urlaubsgefühle mitnehmen?

Das habe ich mich in den vergangenen drei Woche immer wieder gefragt (so lange ist mein Urlaub nämlich schon her). Und ich habe Ideen gesammelt, die mir auch im Alltag immer wieder Urlaubsmomente bescheren. Das sind meine Top Ten.

-> Radio aus, Sommermusik an. Das teste ich auf meinem ziemlich langen Weg ins Büro. Statt Verkehrsfunk höre ich lieber entspannte Loungemusik, die an faule Strandtage erinnert. So starte ich gemächlich in den Tag und die gute Laune kommt von ganz alleine. Sehr empfehlen kann ich auch argentinischen Tango beim Putzen. Und ruhig ein bisschen dazu tanzen.

-> Das Auge isst nicht nur mit, es trinkt auch mit. Deswegen kann man sich ruhig auf ansprechende Weise um seinen Flüssigkeitshaushalt kümmern. Im Büro  gieße ich mir Wasser in eine schöne Karaffe und gebe ein paar Scheiben Limetten oder Zitronen dazu (den Kollegen, der mich fragt, ob ich mir einen Caipirinha mixe, ignoriere ich), auch Beerenobst und Minze sehen schön aus und schmecken gut. Das sorgt für einen Hauch Exotik bei der Schreibtischarbeit.

-> Draußen regnets? Dann einfach die Sonne ins Haus holen:
Sonnenblumen in Vase

-> Souvenirs ausstellen. Zu Hause steht mein Schreibtisch am Fenster. Das Fensterbrett missbrauche ich nicht nur gelegentlich als Ablagefläche, dort lassen sich auch prima kleine Urlaubserinnerungen aufstellen. Momentan steht dort ein Objektrahmen, der mich an Lieblingsmomente einer Schottlandreise erinnert. Auch diese Steine würden sich dort gut machen.

-> Auch wenn die Abende merklich kürzer werden, kann man noch einige Sonnenmomente ergattern. Die genieße ich gern bei einem sommerlichen Getränk wie z.B. diesem Melonen-Smoothie (das Rezept findet ihr im Archiv) oder einer eiskalten Weißweinschorle.
MelonenSmoothiea_klein

Apropos eiskalt. Eis ist quasi Instant-Sommergefühl, funktioniert auch bei Nieselregen (aber nicht ganz so gut wie bei Sonne). Jetzt ist noch mal eine gute Zeit, um sich die Lieblingssorten in Erinnerung zu rufen oder kurzerhand noch ein Eisrezept auszuprobieren.

Auch das Lieblingssommerkleid kann ruhig noch eine Weile zum Einsatz kommen. Notfalls trägt man es mit Strumpfhosen und Strickjacke. Sommer ist, wenn ich Sommer sag :-)

Ans Wasser fahren. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber immer wenn ich am Wasser bin, fühle ich mich automatisch wie im Urlaub. Das muss noch nicht mal ein Meer sein. Ein See tut es auch und ein Fluss funktioniert ebenfalls ganz einwandfrei (hier beispielsweise der Rhein bei Zons). Den Wind spüren, tief einatmen und automatisch entspannen.
Wasser_Rhein

Das wird nur noch getoppt von abends am Wasser spazieren. Dann sind kaum noch Leute unterwegs und wenn man zuschaut, wie die Dämmerung in Dunkelheit übergeht, ist völlig egal, welcher Wochentag ist. Es ist Sommer und es ist Urlaub.
Abendstimmung am Baldeneysee

Ich wünsche euch einen enspannten Start in den Alltag – und trotzdem noch viele Urlaubs- und Sommermomente. Vielleicht habt ihr ja auch noch mehr bewährte Tipps, wie man die Unbeschwertheit mitnimmt? Dann immer raus damit!

Anne