Ein Clipboard ganz nach meinem Geschmack {DIY}

Einige von euch kennen das vielleicht: Es gibt da eine Ecke im Hirn, die nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um Ideen zu spinnen, Projekte zu überlegen und ganz viele Sachen herauszusprudeln, die man unbedingt mal machen könnte. Das ist in der Regel sehr unterhaltsam und manchmal auch inspirierend. Nur leider hat man immer eine theoretische Projektliste, die länger ist als die durchschnittliche Lebenserwartung. Wenn ich geistesgegenwärtig genug bin, schreibe ich mir solche Ideen in diverse Notizbücher (oder auf Zettel, die dann in meiner Handtasche ein unbestimmtes Dasein führen). Viele dieser Notizen bleiben einfach nur das: Notizen, die ich vergesse.

Will ich eine meiner Ideen tatsächlich endlich in Angriff nehmen, muss ich das konkret planen und am besten auch noch so, dass es gut sichtbar ist. Für den Fall, dass sich ein Zeitfenster auftut und ich vor Schreck gar nicht weiß, welche der vielen (schon wieder neuen) Ideen ich ausprobieren soll. Ich weiß das jetzt, denn ich habe es mir ja schon aufgeschrieben :-)

„Gut sichtbar und schön aufstellen“ war das Motto. Und ich habe festgestellt, dass ich unbedingt ein Clipboard (bzw. Klemmbrett – aber das klingt irgendwie unsexy) brauche. Das schreit nach einem DIY-Projekt, denn so kann ich es ganz genauso machen, wie ich es gern hätte. Und nebenbei noch ein paar Reste verwerten.

Zwei verschiedene Boards sind entstanden: eins zum Hinlegen und eins zum Aufstellen. Die Größe hab ich so gewählt, dass man Postkarten oder ein DIN A5 Blatt befestigen kann.

Clipboards still_klein

So ein Clipboard ist eigentlich recht leicht selbst zu machen, man braucht nur ein bisschen Material und ein wenig Zeit:

Material

•Graupappe (2 mm dick oder mehr – ich habe allerdings etwas dünnere Finnpappe verarbeitet, das geht auch)
•Papier zum Beziehen
•Kleber/Kleister für Papier (ich nehme für solche Arbeiten gern Coccoina Kleber, den gibt es in der Dose oder als Klebestift)
•Metallclip
•kurze Schraube und Mutter
•Lochzange, Schere, evtl. Falzbein

Material Clipboard_klein

Zuschneiden

Für mein Clipboard habe ich die Pappe auf die Maße 18 x 25 cm zugeschnitten. Der Aufsteller für die Rückseite ist 5 x 19,5 cm groß. Den Streifen an einem Ende 2 cm breit einritzen und knicken. So entsteht eine Lasche, die man später gut ankleben kann und gleichzeitig das Scharnier zum Aufstellen.

Das Bezugspapier schneidet man für die Vorder- und Rückseite separat zu. Für die Vorderseite gibt man für jede Seite 1,5 cm Beschnitt zu den Maßen. Die Rückseite wird dafür an jeder Seite 3-4 mm kleiner. In meinem Fall habe ich zwei Rechtecke mit den Maßen 21 x 28 cm (Vorderseite) und 17,2 x 24,2 cm (Rückseite) zugeschnnitten. Für den Aufsteller gilt das gleiche Prinzip.

Kleben

Es ist wichtig, Pappe immer von beiden Seiten zu bekleben, sonst verzieht sie sich. Das kann man auf einem der Zwischenschritte schön erkennen.

Zuerst das größere Papier auf der Rückseite mit Kleister einstreichen, Pappe auflegen und die Ecken des Papiers bis knapp vor die Ecke der Pappe schräg abschneiden. Beschnitt um die Pappe schlagen und überall gut andrücken. Dabei hilft ein Falzbein.
Board bekleben Collage_klein

Anschließend das Gegenstück für die Rückseite aufkleben und ebenfalls gut anreiben. Alles trocknen lassen. Dafür kann man auch ein schweres Buch auf die Pappe legen, damit alles schön glatt und eben trocknet.

Ich habe mein erstes Board mit schwarzem Kraftpapier bezogen. Das fand ich aber etwas zu langweilig, also habe ich es nach dem Trocknen mit silbernem Edding bemalt und ein Punktemuster auf die Vorderseite gezeichnet.

Für mein zweites Board habe ich Papierreste verwertet und Streifen von Loktapapier aufgeklebt. Das ergibt einen netten Patchworkeffekt.

Clip und Aufsteller anbringen

Ist alles gut getrocknet, kann mit der Lochzange das Loch für den Clip gestanzt werden. Dafür die Mitte ausmessen und das Loch so stanzen, dass der Clip mit der oberen Kante abschließt. Kurze Schrauben mit passender Mutter gibt es im Baumarkt oder auch gern mal in der Kram-Box „was von IKEA-Möbeln übrig blieb“.

Soll das Clipboard zum Aufstellen sein, dann wird jetzt auf der Rückseite der Aufsteller (wie heißt das Teil eigentlich wirklich?) an der 2 cm breiten Lasche festgeklebt. Dafür so ausrichten, dass er mit der unteren Kante des Boards abschließt.

Clipboard mit Clip

Zum Schluss einfach den Clip mittels Schraube und Mutter festschrauben. Fertig.

Jetzt kann das Clipboard nach Lust und Laune zum Einsatz kommen: als Präsentationsstück für Lieblingskarten und Fotos oder als Notizblock.

schwarzes Clipboard fertig_klein

Oder aber man notiert sich die nächsten Projekte und To-Dos und legt es gut sichtbar auf den Schreibtisch.

Patchwork Clipboard_klein

Auf dieses Clipboard gehören natürlich nur Lieblingsprojekte und kreative Ideen :-)

Ich wünsche euch ein inspiriertes Wochenende!

 

Liebe Grüße

Anne

Siebdruck ohne Sieb. Ein DIY-Experiment

Ich habe in den letzten Jahren meine Liebe zu handgemachten Drucktechniken wiederentdeckt. Trotz eines ausgewachsenen Schultraumas hat erst der Linoldruck mein Herz erobert und kurz darauf erwachte meine Faszination für den Siebdruck.
Nun ist das mit dem Siebdruck so eine Sache, denn das nötige Material hat man in der Regel nicht mal eben zu Hause rumliegen (ein Linolmesser und ein Stück Linoleum bekommt man hingegen schon für kleines Geld). Ich habe anfangs lange gezögert, ob ich mir – nur um es mal auszuprobieren – tatsächlich ein Drucksieb und alles mögliche andere Zeug kaufen soll. Irgendwann hab ich es einfach gemacht und mittlerweile meinen eigenen, etwas untypischen Ansatz für den Druck entwickelt.

Als ich schon eine ganze Weile mit Sieb gedruckt habe, stieß ich auf eine improvisierte DIY-Version. Siebdruck mit Materialien, die man meistens sowieso schon hat. Wäre ich da mal früher drauf gekommen … Zwar schätze ich solides Werkzeug, aber ich habe trotzdem eine kleine Schwäche für improvisierte Methoden. Und diese hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob das wirklich funktionieren kann.

Dieses Experiment stand schon also schon länger auf meiner Kreative-Dinge-to-do-Liste und jetzt habe ich es endlich angepackt. Falls also jemand schon immer mal das Prinzip Siebdruck testen wollte, ohne gleich viel Geld auszugeben – so geht es auch:

Siebdruck mit Stickreifen, Strumpfhose und Serviettenkleber

Material_klein

Das Prinzip:
Beim Siebdruck erstellt man eigentlich eine Schablone auf einem Gewebe. Meistens werden Siebe heute wie beim Fotoentwickeln belichtet. Ich male aber am liebsten meine Vorlage direkt aufs Gewebe. Die Fäden des Stoffes sorgen dafür, dass sich die Farbe gleichmäßig verteilt. Das Gewebe sollte übrigens aus Syntetik sein, sonst färbt man den Stoff statt zu drucken. Das ist ja nicht der Sinn der Sache.

Material:

Zum Erstellen eines improvisierten Drucksiebs braucht man tatsächlich nur einen Stickring, eine Damenstrumpfhose, Mod Podge oder flüssigen Serviettenkleber, Pinsel, Bleistift und ein einfaches Motiv mit wenig Details.

Von einem Bein der Strumpfhose ein Stück abschneiden, das so hoch wie der Stickreifen ist. Den Schlauch längs aufschneiden und das so entstandene Rechteck möglichst straff in den Ring spannen.

Motiv übertragen_klein

Das „Sieb“ über das Motiv legen und mit einem weichen Bleistift durchpausen.
Jetzt kann die eigentliche Druckschablone entstehen:

Schablone erstellen_klein

Dafür das „Sieb“ umdrehen und alle Flächen mit dem Klebstoff bestreichen, die später weiß bleiben sollen. Ich habe mir ein Dreieckmotiv vorgezeichnet. Das, was im Bild weiß eingestrichen ist (der Klebstoff trocknet allerdings transparent), bekommt später keine Farbe ab.
Wer kein symmetrisches Motiv gezeichnet hat, arbeitet auf der Rückseite quasi spiegelverkehrt. Das muss so.
Den Kleber gut trocknen lassen. Danach das Sieb noch einmal gegen das Licht halten und prüfen, ob noch irgendwo kleine Löcher oder offene Stellen sind. Dort ggf. eine weitere Schicht Kleber auftragen.

Mit dem gebastelten Sieb drucken

Zum Drucken auf Papier kann man normale Acrylfarbe verwenden. Wer auf Stoff drucken will, nimmt Stoffmalfarbe. Das Schöne am Siebdruck: Er funktioniert auf jedem ebenen Untergrund.

Material für Druck: Farbe (Acryl), ein Stück feste Pappe, Maskingtape

Damit am Rand keine Farbe durchläuft, rings um das Motiv Maskingtape aufkleben.

Durckvorbereitung_klein

Die Farbe sollte sich gut verteilen lassen, ist sie zu fest, einfach mit ein wenig Wasser verrühren.

Das Drucksieb auf ein Stück Papier legen (oder auf das Material, das ihr bedrucken wollt).
Eine kleine Menge Farbe als Streifen oberhalb eures Motivs auf dem Sieb verteilen. Das Stück Pappe funktioniert nun als Rakel. Ihr setzt es oberhalb der Farbe auf den Stoff auf und zieht dann mit gleichmäßigem, leichten Druck den Pappstreifen zu euch hin. Dabei drückt ihr die Farbe durch die offenen Stellen des „Siebs“ und erzeugt so einen Abdruck. Eventuell müsst ihr den Vorgang noch ein, zwei Mal wiederholen, bis das komplette Bild gedruckt ist. In diesem Fall zieht ihr die Farbe, die nun am unteren Ende des Motivs ist, mit dem Papprakel wieder nach oben usw.

Ich wollte mein Motiv als Muster auf ein Stück Kraftpapier drucken. Dafür habe ich mir vorher mit Bleistift ein Raster eingezeichnet und das Drucksieb immer wieder aufgelegt und mit dem Papprakel gedruckt, neu aufgelegt, wieder gedruckt …

Geschenkpapier bedruckt_klein

Als ich fertig war, habe ich mein Drucksieb ganz vorsichtig mit kaltem Wasser ausgespült. Theoretisch kann man es nun erneut verwenden. Man muss dann nur neues Maskintape aufkleben.

Es funktioniert also tatsächlich! Natürlich ist es nicht mit dem Ergebnis eines echten Siebdrucks zu vergleichen. Dort bekommt man viel klarere Konturen und kann auch sehr detaillierte Muster und Motive umsetzen. Normalerweise steht so ein Druckgewebe auch viel stärker unter Spannung. Aber zum Experimentieren und Ausprobieren ist diese Impro-Version tatsächlich geeignet. Und ich war vom Ergebnis überrascht.

Mein Geschenkpapierbogen kam dann nach dem Trocknen auch gleich zum Einsatz.
Siebdruck Geschenkpapier_klein

Gar nicht schlecht für eine Strumpfhose, oder?

Kreative Grüße
Anne

 

 

 

Ein Hochbeet für den Balkon

Der kleine Garten rings um unser Haus hat ein paar … nun ja … spezielle Eigenschaften. Erstaunliche Höhenunterschiede, seltsame Bodenbeschaffenheit, suboptimale Verteilung von Licht und Schatten. In den fast zwei Jahren, in denen wir hier wohnen, ist er mir aber trotzdem sehr ans Herz gewachsen und ich taste mich stetig voran und probiere, was geht und was nicht. Azaleen und Rhododendren gehen zum Beispiel ganz wunderbar. Von Anfang an war aber klar, das eine Sache nicht wirklich geht: Gemüse.
So ganz wollte ich mich aber nicht geschlagen geben, denn eine Stelle haben wir doch, die sich sonnentechnisch wirklich gut eignen würde: Es ist unser Balkon.

Nachdem ich den Mann im vergangenen Jahr mit Experimenten in Blumenkästen und Töpfen diverser Größen etwas strapaziert hatte (Der Balkon war leider schon mit Gurken, Radieschen, Erdbeeren, Paprika etc. vollgestellt, da kann man sich nicht auch noch hinsetzen …), wollte ich das in diesem Jahr etwas strategischer angehen. Ich hatte mir gedacht, dass ein Hochbeet doch eine prima Lösung wäre. Bei Recherchen stellte sich allerdings schnell heraus, dass Größe ein echtes Problem ist. Klassische Hochbeete sind zu groß für meinen Balkon (außerdem sollte die Erde auch nicht direkt auf den Balkonplatten liegen) und balkongerechte „Beete“ waren mir entweder zu klein oder nicht tief genug. Ich war kurz davor, mir mein optimales Hochbeet von Grund auf selbst zusammenzuschrauben (wäre aber damit wahrscheinlich erst im Herbst fertig geworden). Dann habe ich einen Blumenkasten bei ikea gefunden und den kurzerhand zum kleinen Hochbeet umfunktioniert, quasi ein ikea-Hack. Und da das ziemlich gut geklappt hat (und dieses System ein paar Vorzüge hat – u.a. den Preis), zeige ich euch das einfach mal.

Material:

Blumenkasten Askholmen
Teichfolie (0,5 m bei 2 m Länge)
Klebstoff für Plastik
Erde

Hochbeet Collage

Die Bodenplatte des Blumenkastens habe ich nach ganz unten verlegt. Dann habe ich eine lange Bahn aus der Teichfolie zurechtgeschnitten und zwei kürzere. Die Kanten der Seitenbahnen habe ich mit dem Plastik-Klebstoff auf die lange Folienbahn geklebt (unbedingt im Freien machen, sonst vernebelt einem der Klebstoffdunst das Hirn). Das soll nur halten, es muss nicht komplett dicht abgeklebt werden (wir wollen ja schließlich keinen Teich bauen).
Zum Schluss habe ich noch die oberen Kanten passend zugeschnitten und auf den Holzrahmen geklebt.

Damit auch bei starkem Regen kein Teich aus meinem Minibeet wird, habe ich kurzerhand noch kleine Löcher in die Bodenplane gepiekt, damit das Wasser ablaufen kann.

Nun muss natürlich noch Erde ins Beet. Und es passt erstaunlich viel Erde hinein. Ich hätte das natürlich vorher ausrechnen können, aber ich wollte nicht :-)
Als unterste Schicht habe ich eine Lage Laub in den Kasten gelegt (das kann verrotten und noch als Dünger dienen). Anschließend habe ich richtig gute Spezialerde für Gemüse mit nicht ganz so guter (dafür deutlich günstigerer) Blumenerde gemischt und alles eingefüllt. Der Profi wartet anschließend ein paar Tage, bis sich die Erde gesetzt hat. Der Ungeduldige (=ich) pflanzt dann direkt drauf los und nimmt in Kauf, dass alles noch etwas nach unten absackt.

Hochbeet aktuell_klein

Ich habe also gleich eine Reihe Möhren ausgesät, zwei Salatpflänzchen gepflanzt und noch ein paar Zwiebeln gesät. Bis dato funktioniert alles wunderbar. Die Möhren haben bereits gekeimt, die Zwiebeln sind kurz davor und vom Salat habe ich sogar schon was geerntet. Ob an dem Gemüse dann tatsächlich mehr dran ist also nur Kraut, wird sich zeigen. Ein Problem habe ich im Balkongarten jedenfalls definitiv nicht: gefräßige Nacktschnecken.

Man kann den Blumenkasten übrigens auch als Parkplatz für bepflanzte Töpfe und Balkonkästen vom Vorjahr nutzen …

Hochbeet4_klein

Ich bin mit meiner Lösung bis jetzt wirklich zufrieden. Wenn sich dann auch noch Gemüse ernten lässt, werde ich im nächsten Frühjahr wahrscheinlich noch ein weiteres Minibeet installieren.

Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass meine Minibeete sogar zum „Square Foot Gardening“ passen. Der Kasten enthält quasi zwei „Square Foot“-Felder in Übergröße.
(Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen will: Ich habe auf einem Pinterest-Board einige Ideen und Bilder rund ums Thema gesammelt).

Während ich nun also warte, was im Hochbeet auf dem Balkon so passiert, buddel ich mich weiter durch den „richtigen“ Garten. Da wächst zwar keine Gemüse, aber dafür blüht es gerade überall.

Liebe Grüße

Anne

 

 

 

 

 

Hello Spring – Stickbild mit Vorlage

Die Sträucher im Wald werden langsam grün. Ein paar Straßen weiter steht ein alter, großer Magnolienbaum dessen Knospen nur auf einen warmen und sonnigen Tag warten, um sich endlich zu öffnen. Primeln, Osterglocken, Vogelgezwitscher … Hallo Frühling.

Um ihn gebührend zu begrüßen habe ich ein kleines Willkommensbildchen gestickt und mich dabei von der Amsel auf dem Dach und den Frühblühern inspirieren lassen. Hello Spring.

Stickbild Hello Spring1_klein

Für meine Verhältnisse ist es ziemlich bunt geworden, aber das kann man ja ändern. Oder auch nicht. Wer Lust hat, sich sein eigenes Frühlingsstickbild an die Wand zu hängen, der kann quasi direkt loslegen. Ich habe nämlich für euch eine Stickvorlage zum Ausdrucken erstellt. Die könnt ihr hier als PDF herunterladen.

Einfach lossticken

Zum Sticken braucht ihr:
Stickrahmen (ich habe einen Ring mit 12 cm Durchmesser gewählt und das Motiv auch auf die Größe angelegt – man kann es aber leicht vergößert oder verkleinert ausdrucken)
Stickgarn (in mehreren Farben, bei mir sind es 5 geworden: Grün, Gelb, Rosa, Lila, Dunkelblau)
Sticknadel
hellen Baumwoll- oder Leinenstoff

Motiv übertragen:
Die Stickvorlage ausdrucken. Den Stoff in den Stickring spannen und direkt auf die Vorlage legen. Jetzt scheinen die Umrisse durch und man kann sie ganz einfach mit einem Bleistift nachzeichnen. Da das Motiv jetzt eigentlich auf der Unterseite des Stoffes ist, muss zum Sticken noch mal neu – und wieder nach oben – in den Ring eingespannt werden.

Ihr braucht gerade mal zwei verschiedene Stiche für das Bild: den Rückstich und den Margeritenstich. Den Rückstich hatte ich euch in diesem Beitrag schon gezeigt – wer sich unsicher ist, einfach noch mal nachschauen.

Diesmal gibt es zusätzlich kleine Blüten. Ist ja Frühling. Mit dem Margeritenstich (der auf Englisch passenderweise Lazy Daisy heißt – also Gänseblümchen für Faule) geht das ganz schnell.

Margeritenstich

Sticknadel bereit? Dann kann’s losgehen.
Schritt 1: Der Stich beginnt in der Mitte der Blüte, der Faden liegt oben.

Margaritenstich3_klein

Mit der Nadel wieder in die Austrittstelle des Fadens einstechen und am anderen Ende des Blütenblatts wieder ausstechen. Nadel noch nicht durchschieben, sondern den Faden unter der Nadelspitze hindurch zu einem Halbkreis legen.

Margaritenstich1_klein

Nun Nadel und Faden vorsichtig durch den Stoff ziehen, bis sich ein Blütenblatt formt. Den Faden nicht zu straff ziehen, nach ein paar Blütenblättern hat man den Dreh raus.
Das Blütenblatt wird mit einem kleinen Stich fixiert, dazu die Nadel knapp hinter dem Faden wieder einstechen und anziehen.

Margaritenstich2_klein

Und schon geht es ans nächste Blütenblatt. Dafür in der Mitte der Blüte wieder nach oben durch den Stoff stechen und bei Schritt eins weitermachen.

Mit diesen zwei Stichen lässt sich das komplette Motiv nachsticken. Und schon kann man dem Frühling gebührend Hallo sagen. Wer schon ein bisschen Übung mit der Nadel hat, schafft das übrigens gut in zwei Stunden.

Stickbild Hello Spring2_klein

Und wer danach noch immer nicht genug hat, für den gibt es in meinem Etsy-Shop Nachschub. Ganz frisch ist dort das Thema „Love is in the air“ eingezogen. Ich habe mit Buchstaben gespielt und daraus sind vier ganz unterschiedlich verzierte Schmuckstücke geworden – die sich passenderweise zum Wort LOVE gruppieren lassen.

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Mein heimlicher Favorit ist das O. Oder das L? Ach, ich mag sie alle. Und hier gehts zum Etsy-Shop.

Liebe Grüße und fröhliches Sticken
Anne

 

 

Grüner Garten im Handumdrehen – dank Kressebeet

Wenn sich der Frühling endlich blicken lässt, werde ich immer ganz kribbelig. Ich will raus, ich will in den Garten und ich will, dass mein (winzig kleiner) Garten jetzt bitte endlich grün wird. Hört sich an wie bei einer 5-Jährigen, ich weiß. Schon damals war ich maßlos enttäuscht, dass bei den Möhren, die ich am Vortag gesät hatte, nach einem Tag noch immer nichts zu sehen war … Das dauert aber auch alles lange.

Heute weiß ich natürlich, dass Wachsen und Grünen im Garten wie im Leben tatsächlich ziemlich viel Zeit brauchen. Trotzdem mache ich in dieser Jahreszeit jeden Tag, wenn ich von der Arbeit komme, einen kleinen Rundgang, um nachzuschauen, was so passiert. Früher habe ich meine Ma dafür ausgelacht (sorry, Mama), heute mache ich das selber so :-) So kann’s gehen.

Da im Garten zwar einerseits schon einiges passiert, auf der anderen Seite aber auch noch nicht so viel, wie ich gern hätte, habe ich mich ein bisschen abgelenkt. Mit einer völlig überflüssigen Bastelidee, die allerdings dafür sorgt, dass ich jetzt – sofort – schon einen grünen Garten habe:

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Für diesen Instant-Garten braucht ihr lediglich Karton, Stift, Schere oder Bastelskalpell und ein Kressebeet aus dem Supermarkt. Geduldige säen die Kresse selbst aus (aber wir hatten ja schon festgestellt, dass ich Abkürzungen gegenüber durchaus offen bin :-)).

Die Maße des Kressebeets geben die Maße für die Gartenmanschette vor. Kartonstreifen entsprechend zuschneiden, gestalten und zum Rechteck zusammenkleben (dafür den Kartonstreifen 1,5 cm länger zuschneiden und den Überstand als Klebelasche nutzen).Beet und Manschette

Papphülle der Kresse auf ca. 2 cm herunterschneiden. Nun einfach noch das eigene Gartenpanorama drüberstülben – und schon ist der Garten grün.
Kressegarten2_klein

Ich habe zuerst einen Weg zum Haus in die Kresse geschnitten :-)
Ist das Beet abgeerntet, stellt man den Gartenzaun einfach um den Nachschub. So lange, bis der eigene Garten draußen auch grün ist. Oder man an einem anderen Projekt bastelt.

Liebe Grüße von
Anne

 

 

 

Filzkörbchen aus einem Stück

Kennt ihr Projekte, die wochenlang auf der langen Bank versauern? Das ist eins davon. Das passende Stück Filz hatte ich bereits im vergangenen Herbst gekauft und ich wusste auch ganz genau, was daraus werden sollte: ein Körbchen für meine Stickutensilien, die ich sonst quer über den Wohnzimmertisch verteile.
Der Plan stand, das Bild eines passenden Körbchens hatte ich mir aus irgendeiner Zeitschrift ausgeschnitten – theoretisch konnte es sofort losgehen. Aber dann passierte erst mal lange nichts. Ziemlich lange. Bis ich an diesem Wochenende in einer „Das muss aber jetzt endlich mal werden“-Aktion das Körbchen von der langen Bank holte und einfach loslegte.

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Wie sich herausstellte, ist es noch nicht mal besonders schwierig oder zeitaufwändig herzustellen. Man tut jedoch gut daran, ein bisschen weniger über den Daumen zu peilen als ich und an der einen oder anderen Stelle doch lieber mal nachzumessen. Aber der Reihe nach.

Alles beginnt mit einem großen Filzkreis. D.h. die Größe des Kreise entscheidet über die Größe des Körbchens. Mein Ausgangsmaterial bestand allerdings aus einem Quadrat. In Ermangelung eines entsprechend dimensionierten Zirkels nutzte ich Schneiderkreide, an die ich einen Faden band. Allerdings habe ich nicht besonders genau gearbeitet, deswegen ist „Kreis“ eigentlich eine Übertreibung. Mein rundes Dingens hatte jedenfalls einen Durchmesser von ca. 38 cm.
Dieser Kreis wird nun an 6 Stellen eingeschnitten. Wer eine gleichmäßige Filzschale haben möchte, teilt den Kreis in Tortenstücke mit einem Winkel von jeweils 60° ein. Wer nichts gegen windschiefe Handmade-Optik hat, peilt die Abstände über den Daumen (das führt allerdings dazu, dass man später etwas improvisieren muss *ähem*). Jedes Tortenstück schneidet man nun ca. 10 cm weit ein.

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Nun stellt man die sechs entstanden Teilstücke auf und klappt dabei immer eins nach innen und eins darüber. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Am Ende hat man drei Teile im Innern der Schale und die drei äußeren müssen sich an den Spitzen überlappen. Dort mit einer Stecknadel feststecken. Die Spitzen mit Stickgarn in Kontrastfarbe und einem großen Kreuzstich zusammennähen. Das sieht dann so aus:

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Der Rand hat eine Blütenform, was eigentlich auch sehr hübsch ist. Mir schwebte allerdings etwas anderes vor, also griff ich wieder zur Schere und schnitt den Rand gleichmäßig auf eine Höhe (es empfiehlt sich, den Rand vorher mit Schneiderkreide vorzuzeichnen – lernt aus meinen Fehlern).

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Ich wollte das Orange noch einmal auftauchen lassen, deswegen habe ich den Rand kurzerhand umstickt. Im Nachhinein gefällt mir die Schale pur allerdings besser.

Trotzdem erfüllt sie ihren Zweck und ist Sammelplatz für aktuelle Stickprojekte wie meine Buchstabenspielerei. Dazu an anderer Stelle mehr.
Die Maße meines Körbchens sind in fertigem Zustand übrigens so, dass ein Stickring mit 12 cm Durchmesser bequem darin Platz findet.

filzschale-fertig2

Nachdem ich nun weiß, dass so eine Körbchen eigentlich ein Klacks ist, man aber besser nicht nur Augenmaß verwendet, werde ich es garantiert noch mal in ordentlich basteln. Außerdem fällt mir durchaus noch die eine oder andere Verwendungsmöglichkeit dafür ein. Ostern ist ja schließlich nicht mehr so weit.

Liebe Grüße
Anne

Gut gegen Nordwind und kalte Hände. Bestickte Handschuhe {DIY}

Eigentlich neige ich nicht zu kalten Händen, aber im Moment sind Handschuhe definitiv meine Lieblingsaccessoires. Ein Reservepaar habe ich meistens in der Handtasche und mindestens ein weiteres Paar im Auto (bis mein Gefährt morgens warm ist, bin ich sonst am Lenkrad festgefroren).

Da Handschuhe bei mir die blöde Angewohnheit haben, einfach zu verschwinden (gern auch nur einer von beiden), sind die Reserve-Paare von der Sorte „Ich habe keine Handschuhe mehr, und die sind gerade günstig“. Die sehen dann natürlich auch nicht besonders spannend aus.

Die Frau von Welt weiß sich jedoch zu helfen. Handarbeiten sind nämlich nicht nur entspannend, sondern sogar nützlich und/oder dekorativ. Und in diesem Fall ist Handarbeit doppelt wörtlich zu nehmen. Aber dank ihr werden aus einem Paar langweiliger Handschuhe Unikate. Perfekt auf die Garderobe und den persönlichen Geschmack abgestimmt. Und für das Ganze braucht man nur ein bisschen Stickgarn und eine Nadel.
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Ich habe die schlichten Handschuhe kurzerhand mit kleinen blauen Schneesternen bestickt. Die ziehen sich nun diagonal über den Handrücken bis zum kleinen Finger.

So ein Stern ist leicht gestickt, er besteht einfach aus drei sich kreuzenden Stichen. Die müssen gar nicht perfekt aussehen, sondern können sich in munterer Unregelmäßigkeit über die gestrickte Oberfläche ziehen. Die Herausforderung besteht darin, nicht aus Versehen die Vorder- und Rückseite des Handschuhs zusammenzunähen. Wenn man jedoch die zu bestickende Fläche halb über die linke Hand zieht, lässt sich das leicht vermeiden.

So entsteht der Sternstich Schritt für Schritt:
sternstich-collage_klein

Eigentlich gar nicht schwer, oder?

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Wenn ich nun morgens bei frostigen Temperaturen ins Auto steige, freue ich mich an meinen warmen Händen und den einzigartigen Handschuhen. Die hat nämlich garantiert keiner.

Winterliche Grüße
Anne

P.S. Der Beitrag schafft es auch noch pünktlich zum Creadienstag.