12 von 12 im Juli 2017

Jawoll, ich hab’s mal wieder geschafft. 12. Juli – 12 Fotos. Tagsüber war ich so mit Arbeiten beschäftigt, dass ich das Fotografieren völlig vergessen habe, aber trotzdem sind zwölf Momentaufnahmen zusammengekommen.

Morgens wurde ich von Starkregen geweckt, der aufs Dach trommelte. An der Gesamtwetterlage änderte sich auch während des Frühstücks nicht viel.
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Prüfender Blick auf den Balkon. Es regnet.
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Kann man nichts machen. Durch sintflutartige Niederschläge bis ins Büro gefahren. Dort ist die Kaffeemaschine auf meiner Etage defekt. Ich muss also bis ganz nach oben zur nächsten. Da gerade neuer Estrich auf den Treppenabsätzen verlegt wird, ist sportliche Leistung gefragt. Ohne Kaffee vorab.
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Und nein, der Fußabdruck im Estrich stammt nicht von mir. Der Aufstieg wird belohnt mit einer Tasse Cappuccino. Oben steht nämlich die gute Kaffeemaschine.
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Bis zum Mittag vergeht die Zeit wie im Flug. Kurzer Mittagsspaziergang zur Post. Überraschung: Es regnet.
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Im Regal hinter mir steht übrigens ganzjährig eine Weihnachtskrippe. Das hat sich so ergeben :-) Aber da ich auch fast das ganze Jahr u.a. mit Weihnachtstiteln in verschiedensten Stadien beschäftigt bin, ist das okay, denke ich.
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Auch der Nachmittag vergeht schneller, als mir lieb ist.
Als ich nach Hause fahre, schüttet es wieder wie aus Eimern. Da lassen sogar die Hortensien ihre Köpfe hängen.
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Als sommerliche Gegenmaßnahme hänge ich ein kleines Deko-Boot auf.
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Während ich anschließend in der Küche beschäftigt bin, bekomme ich Besuch von der Nachbarkatze. Sie guckt nur so unschuldig. Eigentlich zieht sie die Nummer „Ich streiche jetzt mit meinem nassen Fell so lange an der Scheibe entlang, bis alles voller Haare und Schlieren ist“ ab. Fensterputzen ist also im wahrsten Sinne des Wortes für die Katz.

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Abendessen ist fertig. Glaubt man nicht, ist aber eine prima Kombi: Beluga Linsen mit Blaubeeren als lauwarmer Salat.
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Weil ich brav aufgegessen habe, kommt tatsächlich die Sonne raus!
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Noch schnell eine Bestellung verpacken, dann ist endgültig Feierabend.
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Jetzt klicke ich noch bei Frau Kännchen vorbei, die wieder alle 12-von-12-Bilder sammelt.

Vielen Dank fürs Vorbeischauen!

Anne

 

 

 

Ob das ein guter Tag wird, entscheide immer noch ich

Wochenenden sind toll, Urlaub auch. Alltage nerven, Montage besonders.
Oder nicht?
Wenn man sich überlegt, dass der größte Teil des Jahres (und des Lebens) aus ganz normalen, banalen Alltagen besteht, ist die Formel „Alltag=blöd“ eigentlich eine ziemliche Katastrophe.
Um das zu ändern, könnte man versuchen, jeden Tag zum Wochenende/Urlaub zu machen. Bisher habe ich allerdings noch niemanden gefunden, der mir das finanzieren wollte (Sponsoren sind herzlich eingeladen, sich zu melden :-D). Ich vermute jedoch, dass sich an der Front nicht viel tun wird. Also muss ich das Pferd andersherum aufzäumen. Wie komme ich dahin, dass ich sagen kann: „Urlaub ist schön, Wochenenden sind prima, Alltage auch“? Auf einen Schlag hätte ein Jahr 365 gute Tage. Was für eine Aussicht!

Wie kann das praktisch funktionieren? Diese Frage begleitet mich schon eine ganze Weile und ich habe sie quasi zum Langzeit-Selbstexperiment gemacht. Bisher bin ich zwar nicht auf die Weltformel gestoßen, mit der man – schnipp – plötzlich alles anders sieht (sonst würde ich jetzt vermutlich meine Gemäldesammlung neu sortieren und keine Texte schreiben – obwohl …). Mir sind jedoch viele kleine Dinge aufgefallen, die erstaunlich große Auswirkungen haben.

Wenn ihr Lust habt, dann klinkt euch einfach ein und wir experimentieren gemeinsam. Heute gibt es Teil 1. Und, zugegeben, dieser Teil enthält auch gleich eine der härtesten Nüsse. Aber einfach kann schließlich jeder, oder?

Doch zunächst: Wie sieht eigentlich ein guter, ein richtig toller Tag aus?

Wenn ich einen guten Tag möchte, muss ich zuerst rausfinden, welche die Dinge sind, die einen Tag zu einem guten machen. Beim spontanen Überlegen fielen mir Punkte ein wie: sonnig, aber nicht zu warm, Zeit, um entspannt im Café zu sitzen, kein Stress, etwas Neues sehen/lernen/entdecken, Dinge tun, die mir Spaß machen. So weit, so gut. Die Tage, die genau meine Wohlfühltemperatur haben, sind deutlich in der Unterzahl und auch sonst kann ich ja nicht den ganzen Tag im Café sitzen. Vielleicht doch kein vielversprechender Ansatz?
Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr rückte eine andere, für mich entscheidende Sache in den Fokus: Ein guter Tag ist für mich einer, auf den ich abends mit Zufriedenheit zurückblicken kann. Und – Überraschung – ob ich das kann, hängt gar nicht so sehr von äußeren Faktoren ab. Den größten Einfluss auf den Verlauf meines Tages hat meine Einstellung.
Ernsthaft? Ernsthaft.

Umstände? Mir doch egal!

Auf sehr viele Dinge, die mir im Laufe des Tages begegnen, habe ich keinen Einfluss. Komisches Wetter, seltsame Mitmenschen, die mich aus der Bahn werfen, ungeplante Zwischenfälle, verpasste Züge … Kommt alles vor, häufiger als man möchte. Diese Dinge kann man nicht beeinflussen. Wie man damit umgeht aber schon. Nachdem ich mir manchmal einen kurzen Aufrege-Moment gönne, stelle ich mir die Frage: Räume ich diesen Umständen so viel Raum ein, dass sie mir den Tag versauen dürfen? Wer ist hier eigentlich Chefin im Ring?
Wenn mir bewusst wird, dass mich Umstände an der Nase herumführen wollen, steuere ich gegen. Muss ich mit ihnen umgehen? Meistens ja. Dürfen sie mir emotional auf der Nase herumtanzen? Definitiv nicht. Zu allererst ist das eine reine Kopfentscheidung. Ich sage mir selber stur:

>>Ob das ein guter Tag wird, bestimme immer noch ich!<<

Das Hinterhältige: Umstände haben meistens einen ganzen Waggon voller Emotionen im Schlepptau, sie triggern Ängste und Wut und bauschen auch gern Kleinigkeiten zu voller Größe auf. Dann ist die Stimmung schnell mal im Keller. Und jetzt?

Raus aus der Achterbahn

Emotionen sind Freunde. Sie sind ein großer Schatz, der uns die Welt auf ganz vielen Ebenen begreifen lässt. Oft geben sie gute Hinweise auf Dinge, die nicht im Lot sind. Sie sorgen für übersprudelnde Glücksgefühle und das genau Gegenteil. Sie machen das Leben unendlich viel spannender. Aber ich bin der Überzeugung, dass man sie nicht die Richtung bestimmen lassen sollte. Wenn ich meinen Emotionen und Stimmungen die Chefmütze aufsetze, kommt definitiv mehr Drama in mein Leben. Jeder Tag wird zur Achterbahnfahrt, bei der es ordentlich hoch und runter geht, man aber möglicherweise einfach nur im Kreis fährt.
Wenn ich meinen Emotionen und Stimmungen allerdings sage, wo es langgeht (denn ich bestimme schließlich, ob das ein guter Tag wird), muss ich sie dann unterdrücken? Nein.
Was mir wirklich hilft, ist eine kleine Achtsamkeitsübung. Wenn ich feststelle, dass meine Emotionen gerade die großen Geschütze auffahren, ich total gestresst/ängstlich/wütend/niedergeschmettert … bin, halte ich einen Moment inne und nehme einen Beobachterposten ein. Ich schaue mir an, was gerade in meinem Kopf abgeht und wie sich das auf meinen Körper auswirkt. Und manchmal geht da wirklich die Post ab, ein Gedanke jagt den nächsten, die Muskeln sind angespannt, die Atmung geht flach. Das ist völlig in Ordnung und eigentlich auch faszinierend zu beobachten (müsste ich jetzt flüchten, wäre ich bestens vorbereitet). Wenn man diesen Beobachterposten eingenommen hat, kann man die Emotionen aber auch viel einfacher loslassen und weiterziehen lassen. Sie sind da, man hat sie wahrgenommen und vielleicht ist auch klar geworden, warum sie sich so aufspielen. Trotzdem gibt ihnen das kein Recht, die Dramaqueen raushängen zu lassen. Es ist dein Tag, deine Entscheidung!

Freuen, was das Zeug hält

Wer bestimmt, welche Richtung dein Tag einschlägt, hätten wir geklärt. Wenn aber weder die Umstände, noch deine Emotionen zu viel Gewicht bekommen sollten, was dann?
Alles, was gut ist, was dich Lächeln lässt, was dafür sorgt, dass du abends zufrieden bist, was deine Seele zum Klingen bringt. Wann immer sich die Gelegenheit bietet (und es gibt im Laufe eines Tages mehr davon, als man meint), lautet die Devise: Freuen, was das Zeug hält.
Und mit dem Freuen gehts im nächsten Beitrag der Reihe weiter. Das ist sowieso mein Lieblingsthema :-) Bis dahin können wir das aber auch so schon ausgiebig üben. Diese Woche zum Beispiel.
Ich wette, die hat ganz viele gute Tage.

Liebe Grüße
Anne

 

 

 

 

12 von 12 im Mai 2017

Ich muss ja zugeben, dass ich dieses Jahr keinen richtigen 12-von-12-Lauf habe. Bisher hat es nur jeden zweiten Monat geklappt und der Mai ist tatsächlich solch ein zweiter Monat. Ich habe hin und wieder dran gedacht, die Kamera auf meinen Alltag zu halten und kurz zu knipsen. Herzlich willkommen also in meinem normalen Freitag. Wobei Freitage bei mir weniger normal sind als andere Tage, weil ich bürofrei habe und mich meistens anderen Projekten widme.

Zum Beispiel dem Kaffee am Morgen. Ich habe – aus welchen Gründen auch immer – schlecht geschlafen und brauche ganz dringend Koffein. Brühen the old way.
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Anschließend prüfender Blick auf den Balkon-Gemüsegarten. Der Salat explodiert momentan förmlich, die Erdbeeren bilden Erdbeeren und ich bin zufrieden.
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Nach ein paar unfotogenen Orga-Dingen, die dringend erledigt werden müssen, verziehe ich mich in mein Arbeitszimmer und produziere einerseits Leporello-Nachschub und teste andererseits einen neuen Kleber.
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Zwischendurch ist der Elektriker angekommen. Halleluja. Nach nur einem halben Jahr haben wir endlich einen Elektriker gefunden, der die Außenbeleuchtung installiert und ans Stromnetz anschließt.
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Während er was mit Kabeln macht, klebe ich Umschläge und tüftle weiter an einer neuen Idee.
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Der Elektriker ist fertig, die Sonne kommt kurz raus und ich mache einen kleinen Gartenrundgang. Ich habe keine Ahnung, was das ist und wie es blüht – aber es wird erstaunlich groß für ne Blumenzwiebel:
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Die andere Gartenseite hat sich farbtechnisch aufeinander abgestimmt:
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Ich habe einen Termin und stelle mich mit dem Auto erst mal in den Stau. Der Stau ist natürlich nur auf meiner Fahrbahnseite. Dafür kann ich den Fortschritt der neuen Autobahnauffahrt genauestens begutachten. Theoretisch könnte ich Tagebuch darüber führen, so oft stehe ich hier:
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Leider komme ich so kurz vor knapp an, dass ich nur noch schnell am Lieblingsladen vorbeilaufen kann. Zum Reingehen reicht die Zeit nicht. Vielleicht auch besser so.
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Die nächsten zwei Stunden verbringe ich beim Friseur. Ich habe ernsthaft überlegt, ob ich davon auch ein Foto einstelle (ich mit wild abstehenden Haaren), dann aber kurzfristig gekniffen. Trotzdem werde ich zu Hause mit Willkommensgruß empfangen:
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Das Teil parkt gerade im Flur zwischen, bis es an seinem Outdoor-Platz angedübelt wird.
Ich bin hungrig und mache mir ein Sandwich. Ist ja auch schon Abendbrotzeit. Und draußen ist es noch warm genug, um auf dem Balkon zu essen.
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Routiniert werfe ich noch einen Blick auf meine Paprika. Die habe ich nämlich überwintert, kämpfe mit Ausdauer gegen Blattläuse und warte darauf, dass ich sie nach draußen bringen kann. Aber. Sie trägt schon eine Minipaprika. Auch wenn die Pflanze eher kläglich aussieht. Egal, Paprika ist Paprika.

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Mit diesem Gedanken verabschiede ich mich ins Wochenende.

Vielen Dank fürs Vorbeischauen und noch mehr 12von12-Bilder gibt es wie immer bei Draußen nur Kännchen.

Liebe Grüße
Anne

 

 

 

Pomodoro. Was eine Tomate mit Zeitmanagement zu tun hat

Ich bin immer auf der Suche nach Tricks und Kniffen, die mir dabei helfen, gut mit meiner Zeit umzugehen. Dazu gehört für mich einerseits das bewusste Einplanen und Zulassen von Ruhephasen und Mußezeiten (was mal besser, mal schlechter klappt). Auf der anderen Seite möchte ich die aktive Zeit aber auch gern gut und produktiv nutzen. Beim Stöbern im Netz bin ich neulich auf einen Ansatz aufmerksam geworden, der mich nun schon seit einer Weile begleitet und mir in verschiedenen Situationen tatsächlich hilft: die Pomodoro-Technik.
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Pomodoro heißt auf Italienisch Tomate. Praktisch hat der Ansatz allerdings so überhaupt gar nichts mit Tomaten zu tun. Die Geschichte besagt, dass der Erfinder Francesco Cirillo zum Stoppen der Zeit einen Küchenwecker benutzte, der wie eine Tomate aussah. Aha.

Aber wenn es nicht um Tomaten geht, worum geht es dann? Um übersichtliche Zeitabschnitte, in denen man konzentriert und fokussiert an einer Sache arbeitet, gefolgt von kurzen Pausen. 25 min ohne Ablenkung arbeiten, 5 min Pause. Nach vier kleinen Einheiten gibt es eine längere Pause von 15-20 min.

Klingt völlig unspektakulär, hilft mir aber tatsächlich, vor allem, wenn ich zu Hause arbeite oder Aufgaben anfallen, auf die ich keine Lust habe (kommt ja gelegentlich mal vor).

Ablenkungen ausblenden

Ihr kennt das vielleicht: Man hat eigentlich vor, an diesem einen Projekt weiterzuarbeiten, aber lässt sich ständig ablenken. Es kommen E-Mails an, die man natürlich sofort lesen muss. Und außerdem muss man ja sowieso noch diesen einen Artikel zur Hintergrundrecherche übefliegen, kommt dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen und ist am Ende keinen Strich weiter.

Wenn ich mich in solchen Phasen erwische, fange ich mich mit den kleinen Pomodoris wieder ein und sage mir selber: „25 Minuten sind nicht lang, das packst du. Nur 25 Minuten.“. Dann schließe ich alle Programme, die mich ablenken könnten, stelle das Handy aus und fange einfach an. Sind ja nur 25 Minuten. Nach der Zeit darf ich dann 5 Minuten sinnloses Zeug machen oder einfach aus dem Fenster schauen. Meistens hat mich das Gefühl, in der ersten halben Stunde etwas geschafft zu haben und ein Stück weiter zu sein, so motiviert, dass der nächste Block viel weniger Überwindung kostet.

Mehr Pausen und trotzdem mehr erledigen

Manchmal bin ich auch gedanklich so in einem Projekt oder einer Aufgabe versunken, dass ich gar nicht merke, wie die Zeit vergeht. Dann erinnert mich ein Signalton, eine kurze Pause einzulegen, etwas zu trinken, kurz aufzustehen und mich zu bewegen. Der Rücken dankt es.

Und obwohl man regelmäßig Pausen einlegt, schafft man am Ende mehr. Weil man einfach konzentrierter bei der Sache ist und sich weniger ablenken lässt.

Die Technik

Eigentlich braucht man nicht mehr als einen Küchenwecker. Der kann dann sogar wie eine Tomate aussehen … Außerdem hat jeder PC eine Timer-Funktion, die man statt Wecker nutzen kann.
Ich habe mir mittlerweile eine App aufs Handy geladen. Die macht nicht mehr als lustige Klingelgeräusche, wenn die Zeiten um sind (und sie beglückwünscht mich, wenn ich einen 4er-Block erfolgreich absolviert habe). Die nutze ich tatsächlich sehr gern und bin mit der kostenloses Basisfunktion bestens bedient. (Es gibt eine Handvoll passender Apps, ich nutze Pomodrone, die gibt es allerdings nur für iOS).

Einfach anpassen

Ich plane allerdings keinen kompletten Arbeitstag in „Tomatenstückchen“. Es gibt Phasen mit so vielen Unterbrechungen, dass das gar nicht machbar ist oder sinnvoll wäre. Ich nutze sie jedoch häufig, wenn ich zu Hause arbeite und mir bestimmte Ziele für den Tag gesetzt habe oder für bestimmte Zeitblöcke, in denen ich was erledigt bekommen will.

Wenn ich nach einem Bürotag abends nach Hause komme, ist das übrigens manchmal auch noch ein kleiner Motivationsjoker, den ich einsetze. Oft reicht die Energie nicht mehr für größere Aktionen, aber 25 Minuten? Klar, das packt man noch. Und hinterher bin ich erstaunt, was man in einer knappen halben Stunde doch alles auf die Reihe bekommt.

 

Und wie ist das bei euch? (Ver-)plant ihr eure Zeit, habe ihr Tricks und Tipps, die euch motivieren oder kommt ihr besser ohne klar?

Liebe Grüße
Anne

12 von 12 im März 2017

Was für ein großartiger Frühlingstag! Sonne satt, milde Temperaturen – so lasse ich mir den März gefallen. Heute musste ich unbedingt raus und nachschauen, wie weit der Frühling so ist.

Also Wanderschuhe an und ab gings.
Vorbei am städtischen Freibad. Hat noch zu.

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Dann über ein paar Feldwege – hallo Pferd …
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… vorbei an Lichtungen und Wiesen
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… zum Angerbachtal. Das Ruhrgebiet ist eigentlich fast um die Ecke, aber hier taucht man in eine ganz andere Welt ein.
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Hin und wieder ist festes Schuhwerk von Vorteil.
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Aber dafür gibt es Naturpanorama wie im Urlaub.
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Und wenn man genau hinsieht, blüht es auch im Wald schon zaghaft …
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Und grünt und verteilt Pollen …
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Waldluft macht hungrig, deswegen mache ich zu Hause erst mal etwas zu essen und schiebe kleine Gemüse-Galette in den Ofen.
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Vom Frühlingserwachen inspiriert, säe ich schon mal Paprika aus. Die brauchten im letzten Jahr so lange, dass sie diesmal einen kleinen Vorsprung bekommen.
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Kaffeepause gibt es heute – zum ersten Mal in diesem Jahr – auf dem Balkon. Auf einem total staubigen Tisch. Egal, man muss die Sonnentage feiern, wie sie fallen. Auch wenn der fehlende Kuchen schon ein herber Schlag ist.
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Noch ein bisschen drucken. Die Zuschnitte brauchen den zweiten Durchgang und mein Shop dringend Nachschub.
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Und nachher schaue ich, was die anderen Internetmenschen mit diesem Frühlingstag angestellt haben. Wie immer zu finden bei Frau Kännchen.

Danke fürs Vorbeischauen und liebe Grüße

Anne

 

Sieben Wochen ohne. Oder mit. Oder überhaupt?

Als ich jung war und ungestüm, frisch auf eigenen Beinen stand und überlegt habe, was ich denn so mit meinem Leben anfangen will, fand ich Traditionen eher doof. Langweilig, überbewertet, braucht doch kein Mensch.
Heute – bin ich zwar nicht alt, aber 15 Jahre älter – merke ich, dass sich meine Einstellung zum Thema Tradition ziemlich geändert hat. Es gibt viele, die ich schön finde, die mich faszinieren. Ich fange an, eigene kleine Rituale zu entwickeln und mich alten Traditionen wieder zuzuwenden. Nun bin ich kein Freund der „Das haben wir schon immer so gemacht, also machen wir es immer weiter so“-Regel, aber wenn man manchen Dingen mal auf den Grund geht, findet man womöglich kleine Schätze für sich selbst. Und kann sie nach Herzenslust neu interpretieren. Vielleicht muss auch zwangsweise erst mal alles raus, damit Einzelstücke, frisch poliert, wieder zur Geltung kommen können.

Ich lasse mir mittlerweile gern vom Kirchenjahr den Rhythmus vorgeben. Da ist eine Menge Platz für die ganze Palette menschlichen Lebens – von überschwänglicher Freude und Jubel bis zu Trostlosigkeit und Zerbruch. Vom Genießen bis zum Entsagen, Glück und Schmerz, alles hat seinen Platz. Und es gibt viel Raum für Dinge, die über das menschliche Leben hinausgeben.

Laut Kirchenjahresalender sind wir nach dem Fasching (mit dem ich eher nicht so viel anfangen kann) in der Fastenzeit angekommen. Knapp sieben Wochen sind es noch bis Ostern. Manche fasten in der Zeit irgendetwas (z.B. Alkohol oder soziale Medien). Andere gestalten die Zeit, indem sie den Fokus auf ein bestimmtes Thema lenken. Also quasi sieben Wochen mit. Und wieder andere lassen die 40 Tage einfach an sich vorbeiziehen.
Meistens habe ich mich in die letzte Gruppe eingegliedert.

Dieses Jahr hatte ich allerdings das Bedürfnis, die Fastenzeit etwas bewusster zu gestalten als sonst und mich in die Traditionslinie einzuklinken. Ich faste. Bis Ostern will ich auf Süßigkeiten und Kuchen verzichten und Zucker so weit wie möglich reduzieren. Da mir das unglaublich schwerfällt, posaune ich das überall rum, damit es peinlich wird, wenn ich nicht durchhalte :-)

Warum tue ich mir das an?
Ich stelle fest, dass es mit guttut, mich gelegentlich freiwillig zu beschränken. Quasi Verzichten als Übung. Wir leben in einer „Immer alles sofort“-Zeit. Das färbt stärker ab, als ich mir manchmal eingestehen will. Bewusster Verzicht ist meine kleine trotzige Gegenreaktion. Ich könnte. Aber ich will nicht. Also muss ich auch nicht. Eine andere Form von Freiheit.
Es ist auch ein Symbol: Das Leben ist nicht immer süß. Muss es auch nicht sein. Kuchzeiten gehören dazu, genauso wie „kein Kuchen“-Zeiten.
Und natürlich ist ein gewisser Gesundheitsaspekt nicht von der Hand zu weisen. Ich liebe Süßes und Kuchen. In Stresszeiten zu sehr. Dann hilft mir tatsächlich eine radikale Maßnahme, um wieder ein vernünftiges Maß zu finden.
Ein bisschen Schuld hatte auch der Mann. Er hat die Idee als gemeinsame Challenge in den Ring geworfen. Und diese Herausforderung konnte ich natürlich nicht ignorieren. Jetzt will ich auch nicht die sein, die zuerst schummelt.

5 Tage habe ich schon geschafft. Mein bisheriges Fazit?
Wochenenden sind besonders hart – weil ohne Kuchen oder Keks zum Kaffee.
Heißhungerattacken kommen mit Sicherheit. Aber sie gehen auch wieder. Es ist sehr tröstlich zu erleben, dass man nicht jämmerlich zugrunde geht, wenn man die energischen „Ich will jetzt Schokolade“-Rufe des Gehirns nicht so ernst nimmt. Meistens steckt einfach nur eine blöde Gewohnheit dahinter. Ich übe also ein bisschen praktische Achtsamkeit.

Durch den eigenen Verzicht ist mir die Fastenzeit als Weg zum Osterfest viel häufiger und deutlicher präsent. Ich denke stärker auf ein Ziel hin. Und manchmal einfach nur, indem ich mir überlege, welchen Kuchen ich Ostern backen werde :-)

Werde ich die kompletten 40 Tage ohne Süßes durchstehen? Oder irgendwann kläglich und entnervt aufgeben? Bleiben Sie dran – spätestens Ostern erzähle ich, ob ich’s geschafft habe.

Habt ihr die Fastenzeit bis Ostern schon mal „ohne“ oder „mit“ auf besondere Weise gestaltet?

Liebe Grüße
Anne

 

 

 

 

 

 

 

12 von 12 im Februar 2017

Nachdem ich im Januar den Zwölften fast undokumentiert an mir vorbeirasen ließ, habe ich ihn mir im Februar vorsichtshalber im Terminplan angestrichen. Hier sind sie nun: 12 Momente aus meinem ruhigen, freiluftintensiven Februar.

Gestern Morgen war beim Rausgucken die ganze Welt tief verschneit. Jedenfalls so weit ich gucken konnte. Heute fällt das Schneeschieben zum  Glück aus. Nur noch kleine Reste auf Nachbars Rasen. Die können da bleiben:

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Den Kalender aufs richtige Datum stellen:
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Frühstücken. In aller Ruhe und mit einem Rest Blutorangen-Saft.
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Ich brauche dringend Bewegung und frische Luft und ziehe schon mal die Wanderschuhe an.
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Aber dann erst mal schauen, was der Garten macht. Wer genau hinsieht, stellt fest, dass sich die Tulpen mutig ihren Weg ans Tageslicht bahnen:
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Ich laufe vorbei am Pferdegestüt und grüße freundlich zurück.
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Auf den Bäumen passiert noch nicht so wahnsinnig viel Spannendes, also richte ich meine Aufmerksamkeit zwischendurch einfach auf die Wurzeln:
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Im Naturschutzgebiet herrscht Anlein-Pflicht der besonderen Art:
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Davon lasse ich mich aber nicht beeindrucken, sondern gehe einfach immer weiter. Und freue mich dann an diesem idyllischen Anblick:
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Wieder zu Hause ist die Mittagszeit schon lange vorbei. Trotzdem nehme ich mir heute mal Zeit zum Kochen. Ich schnipple Gemüse und verwandle Sellerie in Schnitzel – dabei bin ich noch nicht mal Vegetarier :-).
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Der Blick aus dem Fester zeigt: Jetzt scheint die Sonne. Na toll. Beim Kochen kann ich das frisch aufgestellte Vogelhäuschen im Blick behalten. Die Amsel hat allerdings etwas falsch verstanden und sitzt am liebsten drauf.
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Ich wusele am Nachmittag noch eine Weile durchs Haus und mache mir dann einen kleinen Plan für die kommende Woche. So weiß man wenigstens immer, was man vergessen hat.
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Das war mein geruhsamer Sonntag. Vielen Dank fürs Vorbeischauen.
Noch mehr Bilder vom Zwölften gibt es wie immer bei Frau Kännchen.

Eine schöne Woche!
Anne