Hallo April

Ach, was war das doch für ein März! In diesem Jahr habe ich den Frühling besonders intensiv herbeigesehnt. Und im März hat er sich zum Auftakt direkt von seiner schönsten Seite gezeigt. Musste man anfangs noch suchen, um die Veränderungen zu bemerken, ging es in den letzten beiden Wochen Schlag auf Schlag. Es blüht überall, die sonnigen Tage haben mir schon einige Momente mit Kaffee auf dem Balkon beschert und Vogelgezwitscher ist ein stetiger Begleiter.

Ich habe im März ziemlich viele Kilometer zu Fuß zurückgelegt dank ausgedehnter Spaziergänge und kleiner abendlicher Runden. Seit der Zeitumstellung (die ich jedes Jahr aufs neue herzhaft beschimpfe) auch wieder im Hellen.
Ich habe mich wie ein Kind auf den ersten Gartentag gefreut, an dem Zeit (ich hatte welche) und Wetter (es war trocken und warm genug) zusammenspielten und ich nach Herzenslust in der Erde buddeln konnte. Selbst der Muskelkater danach konnte meine Laune nicht trüben.

Meine Märzwochenenden waren alle kuchenfrei. Ich habe meinen Fastenvorsatz hinsichtlich Süßkram, Kuchen und Co. durchgezogen. (Abgesehen von einer kleinen Ausnahme bei einer großartigen Feier, da führte an einem kleinen Dessert kein Weg vorbei. Aber das wars wert :-))

Was ich bis kurz vor Ende des Monats nicht hatte, war ein neues Monatsblatt für den Kalender. Erst fehlte mir die Inspiration, dann kamen andere Dinge dazwischen. Dafür habe ich nun gleich März (nachträglich) und April in einem Rutsch gestaltet.

Der März bekam auf seine letzten Tage einen Hauch Grün und ein geflochtenes Muster aus Papierstreifen:

Kalenderblatt März_klein

Der April ist ja für sein wechselhaftes Wetter berüchtigt mit den sprichwörtlichen Aprilschauern. Die haben auch Pate gestanden fürs Monatsblatt.

Kalenderblatt April_kleinQuer über den Buchstaben ziehen sich kleine, fröhliche Tropfen. Auf die Fläche habe ich dann zusätzlich noch transparentes Embossingpulver gegeben und verlaufen lassen. Sieht ein bisschen aus wie Wasser.

Kalenderblatt April nah_klein

Ich werde auch im April den Frühling so intensiv wie möglich genießen – egal ob es schauert oder die Sonne scheint.

Und außerdem ist es ja gar nicht mehr weit bis Ostern. Ich sehne mich nach einigen freien Tagen, ich werde Ostern feiern – und ich werde definitiv Kuchen essen :-)
Alles andere lasse ich einfach auf mich zukommen.

Auf einen tollen April!

Liebe Grüße
Anne

Pomodoro. Was eine Tomate mit Zeitmanagement zu tun hat

Ich bin immer auf der Suche nach Tricks und Kniffen, die mir dabei helfen, gut mit meiner Zeit umzugehen. Dazu gehört für mich einerseits das bewusste Einplanen und Zulassen von Ruhephasen und Mußezeiten (was mal besser, mal schlechter klappt). Auf der anderen Seite möchte ich die aktive Zeit aber auch gern gut und produktiv nutzen. Beim Stöbern im Netz bin ich neulich auf einen Ansatz aufmerksam geworden, der mich nun schon seit einer Weile begleitet und mir in verschiedenen Situationen tatsächlich hilft: die Pomodoro-Technik.
Pomodoro Bild_klein

Pomodoro heißt auf Italienisch Tomate. Praktisch hat der Ansatz allerdings so überhaupt gar nichts mit Tomaten zu tun. Die Geschichte besagt, dass der Erfinder Francesco Cirillo zum Stoppen der Zeit einen Küchenwecker benutzte, der wie eine Tomate aussah. Aha.

Aber wenn es nicht um Tomaten geht, worum geht es dann? Um übersichtliche Zeitabschnitte, in denen man konzentriert und fokussiert an einer Sache arbeitet, gefolgt von kurzen Pausen. 25 min ohne Ablenkung arbeiten, 5 min Pause. Nach vier kleinen Einheiten gibt es eine längere Pause von 15-20 min.

Klingt völlig unspektakulär, hilft mir aber tatsächlich, vor allem, wenn ich zu Hause arbeite oder Aufgaben anfallen, auf die ich keine Lust habe (kommt ja gelegentlich mal vor).

Ablenkungen ausblenden

Ihr kennt das vielleicht: Man hat eigentlich vor, an diesem einen Projekt weiterzuarbeiten, aber lässt sich ständig ablenken. Es kommen E-Mails an, die man natürlich sofort lesen muss. Und außerdem muss man ja sowieso noch diesen einen Artikel zur Hintergrundrecherche übefliegen, kommt dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen und ist am Ende keinen Strich weiter.

Wenn ich mich in solchen Phasen erwische, fange ich mich mit den kleinen Pomodoris wieder ein und sage mir selber: „25 Minuten sind nicht lang, das packst du. Nur 25 Minuten.“. Dann schließe ich alle Programme, die mich ablenken könnten, stelle das Handy aus und fange einfach an. Sind ja nur 25 Minuten. Nach der Zeit darf ich dann 5 Minuten sinnloses Zeug machen oder einfach aus dem Fenster schauen. Meistens hat mich das Gefühl, in der ersten halben Stunde etwas geschafft zu haben und ein Stück weiter zu sein, so motiviert, dass der nächste Block viel weniger Überwindung kostet.

Mehr Pausen und trotzdem mehr erledigen

Manchmal bin ich auch gedanklich so in einem Projekt oder einer Aufgabe versunken, dass ich gar nicht merke, wie die Zeit vergeht. Dann erinnert mich ein Signalton, eine kurze Pause einzulegen, etwas zu trinken, kurz aufzustehen und mich zu bewegen. Der Rücken dankt es.

Und obwohl man regelmäßig Pausen einlegt, schafft man am Ende mehr. Weil man einfach konzentrierter bei der Sache ist und sich weniger ablenken lässt.

Die Technik

Eigentlich braucht man nicht mehr als einen Küchenwecker. Der kann dann sogar wie eine Tomate aussehen … Außerdem hat jeder PC eine Timer-Funktion, die man statt Wecker nutzen kann.
Ich habe mir mittlerweile eine App aufs Handy geladen. Die macht nicht mehr als lustige Klingelgeräusche, wenn die Zeiten um sind (und sie beglückwünscht mich, wenn ich einen 4er-Block erfolgreich absolviert habe). Die nutze ich tatsächlich sehr gern und bin mit der kostenloses Basisfunktion bestens bedient. (Es gibt eine Handvoll passender Apps, ich nutze Pomodrone, die gibt es allerdings nur für iOS).

Einfach anpassen

Ich plane allerdings keinen kompletten Arbeitstag in „Tomatenstückchen“. Es gibt Phasen mit so vielen Unterbrechungen, dass das gar nicht machbar ist oder sinnvoll wäre. Ich nutze sie jedoch häufig, wenn ich zu Hause arbeite und mir bestimmte Ziele für den Tag gesetzt habe oder für bestimmte Zeitblöcke, in denen ich was erledigt bekommen will.

Wenn ich nach einem Bürotag abends nach Hause komme, ist das übrigens manchmal auch noch ein kleiner Motivationsjoker, den ich einsetze. Oft reicht die Energie nicht mehr für größere Aktionen, aber 25 Minuten? Klar, das packt man noch. Und hinterher bin ich erstaunt, was man in einer knappen halben Stunde doch alles auf die Reihe bekommt.

 

Und wie ist das bei euch? (Ver-)plant ihr eure Zeit, habe ihr Tricks und Tipps, die euch motivieren oder kommt ihr besser ohne klar?

Liebe Grüße
Anne

Hello Spring – Stickbild mit Vorlage

Die Sträucher im Wald werden langsam grün. Ein paar Straßen weiter steht ein alter, großer Magnolienbaum dessen Knospen nur auf einen warmen und sonnigen Tag warten, um sich endlich zu öffnen. Primeln, Osterglocken, Vogelgezwitscher … Hallo Frühling.

Um ihn gebührend zu begrüßen habe ich ein kleines Willkommensbildchen gestickt und mich dabei von der Amsel auf dem Dach und den Frühblühern inspirieren lassen. Hello Spring.

Stickbild Hello Spring1_klein

Für meine Verhältnisse ist es ziemlich bunt geworden, aber das kann man ja ändern. Oder auch nicht. Wer Lust hat, sich sein eigenes Frühlingsstickbild an die Wand zu hängen, der kann quasi direkt loslegen. Ich habe nämlich für euch eine Stickvorlage zum Ausdrucken erstellt. Die könnt ihr hier als PDF herunterladen.

Einfach lossticken

Zum Sticken braucht ihr:
Stickrahmen (ich habe einen Ring mit 12 cm Durchmesser gewählt und das Motiv auch auf die Größe angelegt – man kann es aber leicht vergößert oder verkleinert ausdrucken)
Stickgarn (in mehreren Farben, bei mir sind es 5 geworden: Grün, Gelb, Rosa, Lila, Dunkelblau)
Sticknadel
hellen Baumwoll- oder Leinenstoff

Motiv übertragen:
Die Stickvorlage ausdrucken. Den Stoff in den Stickring spannen und direkt auf die Vorlage legen. Jetzt scheinen die Umrisse durch und man kann sie ganz einfach mit einem Bleistift nachzeichnen. Da das Motiv jetzt eigentlich auf der Unterseite des Stoffes ist, muss zum Sticken noch mal neu – und wieder nach oben – in den Ring eingespannt werden.

Ihr braucht gerade mal zwei verschiedene Stiche für das Bild: den Rückstich und den Margeritenstich. Den Rückstich hatte ich euch in diesem Beitrag schon gezeigt – wer sich unsicher ist, einfach noch mal nachschauen.

Diesmal gibt es zusätzlich kleine Blüten. Ist ja Frühling. Mit dem Margeritenstich (der auf Englisch passenderweise Lazy Daisy heißt – also Gänseblümchen für Faule) geht das ganz schnell.

Margeritenstich

Sticknadel bereit? Dann kann’s losgehen.
Schritt 1: Der Stich beginnt in der Mitte der Blüte, der Faden liegt oben.

Margaritenstich3_klein

Mit der Nadel wieder in die Austrittstelle des Fadens einstechen und am anderen Ende des Blütenblatts wieder ausstechen. Nadel noch nicht durchschieben, sondern den Faden unter der Nadelspitze hindurch zu einem Halbkreis legen.

Margaritenstich1_klein

Nun Nadel und Faden vorsichtig durch den Stoff ziehen, bis sich ein Blütenblatt formt. Den Faden nicht zu straff ziehen, nach ein paar Blütenblättern hat man den Dreh raus.
Das Blütenblatt wird mit einem kleinen Stich fixiert, dazu die Nadel knapp hinter dem Faden wieder einstechen und anziehen.

Margaritenstich2_klein

Und schon geht es ans nächste Blütenblatt. Dafür in der Mitte der Blüte wieder nach oben durch den Stoff stechen und bei Schritt eins weitermachen.

Mit diesen zwei Stichen lässt sich das komplette Motiv nachsticken. Und schon kann man dem Frühling gebührend Hallo sagen. Wer schon ein bisschen Übung mit der Nadel hat, schafft das übrigens gut in zwei Stunden.

Stickbild Hello Spring2_klein

Und wer danach noch immer nicht genug hat, für den gibt es in meinem Etsy-Shop Nachschub. Ganz frisch ist dort das Thema „Love is in the air“ eingezogen. Ich habe mit Buchstaben gespielt und daraus sind vier ganz unterschiedlich verzierte Schmuckstücke geworden – die sich passenderweise zum Wort LOVE gruppieren lassen.

LOVE gestickt3_klein

Mein heimlicher Favorit ist das O. Oder das L? Ach, ich mag sie alle. Und hier gehts zum Etsy-Shop.

Liebe Grüße und fröhliches Sticken
Anne

 

 

Grüner Garten im Handumdrehen – dank Kressebeet

Wenn sich der Frühling endlich blicken lässt, werde ich immer ganz kribbelig. Ich will raus, ich will in den Garten und ich will, dass mein (winzig kleiner) Garten jetzt bitte endlich grün wird. Hört sich an wie bei einer 5-Jährigen, ich weiß. Schon damals war ich maßlos enttäuscht, dass bei den Möhren, die ich am Vortag gesät hatte, nach einem Tag noch immer nichts zu sehen war … Das dauert aber auch alles lange.

Heute weiß ich natürlich, dass Wachsen und Grünen im Garten wie im Leben tatsächlich ziemlich viel Zeit brauchen. Trotzdem mache ich in dieser Jahreszeit jeden Tag, wenn ich von der Arbeit komme, einen kleinen Rundgang, um nachzuschauen, was so passiert. Früher habe ich meine Ma dafür ausgelacht (sorry, Mama), heute mache ich das selber so :-) So kann’s gehen.

Da im Garten zwar einerseits schon einiges passiert, auf der anderen Seite aber auch noch nicht so viel, wie ich gern hätte, habe ich mich ein bisschen abgelenkt. Mit einer völlig überflüssigen Bastelidee, die allerdings dafür sorgt, dass ich jetzt – sofort – schon einen grünen Garten habe:

Kressegarten1_klein

Für diesen Instant-Garten braucht ihr lediglich Karton, Stift, Schere oder Bastelskalpell und ein Kressebeet aus dem Supermarkt. Geduldige säen die Kresse selbst aus (aber wir hatten ja schon festgestellt, dass ich Abkürzungen gegenüber durchaus offen bin :-)).

Die Maße des Kressebeets geben die Maße für die Gartenmanschette vor. Kartonstreifen entsprechend zuschneiden, gestalten und zum Rechteck zusammenkleben (dafür den Kartonstreifen 1,5 cm länger zuschneiden und den Überstand als Klebelasche nutzen).Beet und Manschette

Papphülle der Kresse auf ca. 2 cm herunterschneiden. Nun einfach noch das eigene Gartenpanorama drüberstülben – und schon ist der Garten grün.
Kressegarten2_klein

Ich habe zuerst einen Weg zum Haus in die Kresse geschnitten :-)
Ist das Beet abgeerntet, stellt man den Gartenzaun einfach um den Nachschub. So lange, bis der eigene Garten draußen auch grün ist. Oder man an einem anderen Projekt bastelt.

Liebe Grüße von
Anne

 

 

 

12 von 12 im März 2017

Was für ein großartiger Frühlingstag! Sonne satt, milde Temperaturen – so lasse ich mir den März gefallen. Heute musste ich unbedingt raus und nachschauen, wie weit der Frühling so ist.

Also Wanderschuhe an und ab gings.
Vorbei am städtischen Freibad. Hat noch zu.

12März4_klein

Dann über ein paar Feldwege – hallo Pferd …
12März12_klein

… vorbei an Lichtungen und Wiesen
12März1_klein

… zum Angerbachtal. Das Ruhrgebiet ist eigentlich fast um die Ecke, aber hier taucht man in eine ganz andere Welt ein.
12März8_klein

Hin und wieder ist festes Schuhwerk von Vorteil.
12März9_klein

Aber dafür gibt es Naturpanorama wie im Urlaub.
12März7_klein

Und wenn man genau hinsieht, blüht es auch im Wald schon zaghaft …
12März10_klein

Und grünt und verteilt Pollen …
12MÄrz11_klein

Waldluft macht hungrig, deswegen mache ich zu Hause erst mal etwas zu essen und schiebe kleine Gemüse-Galette in den Ofen.
12MÄrz2_klein

Vom Frühlingserwachen inspiriert, säe ich schon mal Paprika aus. Die brauchten im letzten Jahr so lange, dass sie diesmal einen kleinen Vorsprung bekommen.
12März5_klein

Kaffeepause gibt es heute – zum ersten Mal in diesem Jahr – auf dem Balkon. Auf einem total staubigen Tisch. Egal, man muss die Sonnentage feiern, wie sie fallen. Auch wenn der fehlende Kuchen schon ein herber Schlag ist.
12März3_klein

Noch ein bisschen drucken. Die Zuschnitte brauchen den zweiten Durchgang und mein Shop dringend Nachschub.
12März6_klein

Und nachher schaue ich, was die anderen Internetmenschen mit diesem Frühlingstag angestellt haben. Wie immer zu finden bei Frau Kännchen.

Danke fürs Vorbeischauen und liebe Grüße

Anne

 

Sieben Wochen ohne. Oder mit. Oder überhaupt?

Als ich jung war und ungestüm, frisch auf eigenen Beinen stand und überlegt habe, was ich denn so mit meinem Leben anfangen will, fand ich Traditionen eher doof. Langweilig, überbewertet, braucht doch kein Mensch.
Heute – bin ich zwar nicht alt, aber 15 Jahre älter – merke ich, dass sich meine Einstellung zum Thema Tradition ziemlich geändert hat. Es gibt viele, die ich schön finde, die mich faszinieren. Ich fange an, eigene kleine Rituale zu entwickeln und mich alten Traditionen wieder zuzuwenden. Nun bin ich kein Freund der „Das haben wir schon immer so gemacht, also machen wir es immer weiter so“-Regel, aber wenn man manchen Dingen mal auf den Grund geht, findet man womöglich kleine Schätze für sich selbst. Und kann sie nach Herzenslust neu interpretieren. Vielleicht muss auch zwangsweise erst mal alles raus, damit Einzelstücke, frisch poliert, wieder zur Geltung kommen können.

Ich lasse mir mittlerweile gern vom Kirchenjahr den Rhythmus vorgeben. Da ist eine Menge Platz für die ganze Palette menschlichen Lebens – von überschwänglicher Freude und Jubel bis zu Trostlosigkeit und Zerbruch. Vom Genießen bis zum Entsagen, Glück und Schmerz, alles hat seinen Platz. Und es gibt viel Raum für Dinge, die über das menschliche Leben hinausgeben.

Laut Kirchenjahresalender sind wir nach dem Fasching (mit dem ich eher nicht so viel anfangen kann) in der Fastenzeit angekommen. Knapp sieben Wochen sind es noch bis Ostern. Manche fasten in der Zeit irgendetwas (z.B. Alkohol oder soziale Medien). Andere gestalten die Zeit, indem sie den Fokus auf ein bestimmtes Thema lenken. Also quasi sieben Wochen mit. Und wieder andere lassen die 40 Tage einfach an sich vorbeiziehen.
Meistens habe ich mich in die letzte Gruppe eingegliedert.

Dieses Jahr hatte ich allerdings das Bedürfnis, die Fastenzeit etwas bewusster zu gestalten als sonst und mich in die Traditionslinie einzuklinken. Ich faste. Bis Ostern will ich auf Süßigkeiten und Kuchen verzichten und Zucker so weit wie möglich reduzieren. Da mir das unglaublich schwerfällt, posaune ich das überall rum, damit es peinlich wird, wenn ich nicht durchhalte :-)

Warum tue ich mir das an?
Ich stelle fest, dass es mit guttut, mich gelegentlich freiwillig zu beschränken. Quasi Verzichten als Übung. Wir leben in einer „Immer alles sofort“-Zeit. Das färbt stärker ab, als ich mir manchmal eingestehen will. Bewusster Verzicht ist meine kleine trotzige Gegenreaktion. Ich könnte. Aber ich will nicht. Also muss ich auch nicht. Eine andere Form von Freiheit.
Es ist auch ein Symbol: Das Leben ist nicht immer süß. Muss es auch nicht sein. Kuchzeiten gehören dazu, genauso wie „kein Kuchen“-Zeiten.
Und natürlich ist ein gewisser Gesundheitsaspekt nicht von der Hand zu weisen. Ich liebe Süßes und Kuchen. In Stresszeiten zu sehr. Dann hilft mir tatsächlich eine radikale Maßnahme, um wieder ein vernünftiges Maß zu finden.
Ein bisschen Schuld hatte auch der Mann. Er hat die Idee als gemeinsame Challenge in den Ring geworfen. Und diese Herausforderung konnte ich natürlich nicht ignorieren. Jetzt will ich auch nicht die sein, die zuerst schummelt.

5 Tage habe ich schon geschafft. Mein bisheriges Fazit?
Wochenenden sind besonders hart – weil ohne Kuchen oder Keks zum Kaffee.
Heißhungerattacken kommen mit Sicherheit. Aber sie gehen auch wieder. Es ist sehr tröstlich zu erleben, dass man nicht jämmerlich zugrunde geht, wenn man die energischen „Ich will jetzt Schokolade“-Rufe des Gehirns nicht so ernst nimmt. Meistens steckt einfach nur eine blöde Gewohnheit dahinter. Ich übe also ein bisschen praktische Achtsamkeit.

Durch den eigenen Verzicht ist mir die Fastenzeit als Weg zum Osterfest viel häufiger und deutlicher präsent. Ich denke stärker auf ein Ziel hin. Und manchmal einfach nur, indem ich mir überlege, welchen Kuchen ich Ostern backen werde :-)

Werde ich die kompletten 40 Tage ohne Süßes durchstehen? Oder irgendwann kläglich und entnervt aufgeben? Bleiben Sie dran – spätestens Ostern erzähle ich, ob ich’s geschafft habe.

Habt ihr die Fastenzeit bis Ostern schon mal „ohne“ oder „mit“ auf besondere Weise gestaltet?

Liebe Grüße
Anne

 

 

 

 

 

 

 

Filzkörbchen aus einem Stück

Kennt ihr Projekte, die wochenlang auf der langen Bank versauern? Das ist eins davon. Das passende Stück Filz hatte ich bereits im vergangenen Herbst gekauft und ich wusste auch ganz genau, was daraus werden sollte: ein Körbchen für meine Stickutensilien, die ich sonst quer über den Wohnzimmertisch verteile.
Der Plan stand, das Bild eines passenden Körbchens hatte ich mir aus irgendeiner Zeitschrift ausgeschnitten – theoretisch konnte es sofort losgehen. Aber dann passierte erst mal lange nichts. Ziemlich lange. Bis ich an diesem Wochenende in einer „Das muss aber jetzt endlich mal werden“-Aktion das Körbchen von der langen Bank holte und einfach loslegte.

filzschale-fertig1

Wie sich herausstellte, ist es noch nicht mal besonders schwierig oder zeitaufwändig herzustellen. Man tut jedoch gut daran, ein bisschen weniger über den Daumen zu peilen als ich und an der einen oder anderen Stelle doch lieber mal nachzumessen. Aber der Reihe nach.

Alles beginnt mit einem großen Filzkreis. D.h. die Größe des Kreise entscheidet über die Größe des Körbchens. Mein Ausgangsmaterial bestand allerdings aus einem Quadrat. In Ermangelung eines entsprechend dimensionierten Zirkels nutzte ich Schneiderkreide, an die ich einen Faden band. Allerdings habe ich nicht besonders genau gearbeitet, deswegen ist „Kreis“ eigentlich eine Übertreibung. Mein rundes Dingens hatte jedenfalls einen Durchmesser von ca. 38 cm.
Dieser Kreis wird nun an 6 Stellen eingeschnitten. Wer eine gleichmäßige Filzschale haben möchte, teilt den Kreis in Tortenstücke mit einem Winkel von jeweils 60° ein. Wer nichts gegen windschiefe Handmade-Optik hat, peilt die Abstände über den Daumen (das führt allerdings dazu, dass man später etwas improvisieren muss *ähem*). Jedes Tortenstück schneidet man nun ca. 10 cm weit ein.

filzschale-1

Nun stellt man die sechs entstanden Teilstücke auf und klappt dabei immer eins nach innen und eins darüber. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Am Ende hat man drei Teile im Innern der Schale und die drei äußeren müssen sich an den Spitzen überlappen. Dort mit einer Stecknadel feststecken. Die Spitzen mit Stickgarn in Kontrastfarbe und einem großen Kreuzstich zusammennähen. Das sieht dann so aus:

filzschale2

Der Rand hat eine Blütenform, was eigentlich auch sehr hübsch ist. Mir schwebte allerdings etwas anderes vor, also griff ich wieder zur Schere und schnitt den Rand gleichmäßig auf eine Höhe (es empfiehlt sich, den Rand vorher mit Schneiderkreide vorzuzeichnen – lernt aus meinen Fehlern).

filzschale3

Ich wollte das Orange noch einmal auftauchen lassen, deswegen habe ich den Rand kurzerhand umstickt. Im Nachhinein gefällt mir die Schale pur allerdings besser.

Trotzdem erfüllt sie ihren Zweck und ist Sammelplatz für aktuelle Stickprojekte wie meine Buchstabenspielerei. Dazu an anderer Stelle mehr.
Die Maße meines Körbchens sind in fertigem Zustand übrigens so, dass ein Stickring mit 12 cm Durchmesser bequem darin Platz findet.

filzschale-fertig2

Nachdem ich nun weiß, dass so eine Körbchen eigentlich ein Klacks ist, man aber besser nicht nur Augenmaß verwendet, werde ich es garantiert noch mal in ordentlich basteln. Außerdem fällt mir durchaus noch die eine oder andere Verwendungsmöglichkeit dafür ein. Ostern ist ja schließlich nicht mehr so weit.

Liebe Grüße
Anne